Das beste mobile Business-Gerät

Ultrabooks vs Surface vs Business-Notebook vs iPad

Mittwoch, 20.06.2012 | 16:34 von Hans-Christian Dirscherl, Thomas Rau
Kann Surface mit Windows 8 die klassischen Business-Notebooks aus den Unternehmen verdrängen? Und welche Chancen haben die neuen Ultrabooks und das iPad bei Profi-Anwendern?
Vergrößern Kann Surface mit Windows 8 die klassischen Business-Notebooks aus den Unternehmen verdrängen? Und welche Chancen haben die neuen Ultrabooks und das iPad bei Profi-Anwendern?
© Microsoft
Speziell die Surface-Modelle mit Windows 8 Pro zielen auf den Einsatz im Unternehmen. Doch die Ultrabooks rüsten nach – mit typischen Tablet-Features. Und natürlich gibt es noch die klassischen Business-Notebooks. Und das iPad. Wer macht das Rennen um die Gunst der Business-Nutzer?
Lange Zeit galten Notebooks, genauer gesagt Business-Notebooks , als die Arbeitstiere für mobile Büro-Arbeiter. Ausgestattet mit langer Akku-Laufzeit, speziellen Sicherheits-Funktionen, robustem Gehäuse und Extras wie Docking-Station oder Wechsel-Akku verrichteten Business-Notebooks viele Jahre ihre treuen Dienste (und tun das noch immer). Bis Intel die Ultrabooks erfand: besonders edel, besonders dünn, besonders leicht und trotzdem leistungsstark. Dank passender CPUs und SSDs. Zunächst in erster Linie für Privatanwender gedacht, entwickeln sich die Ultrabooks mit passender Ausstattung wie Windows 7 Pro und 3G-Chip immer mehr auch zu leistungsfähigen Business-Geräten. Damit sollen sie die großen Konkurrenten Macbook Air und Macbook Pro ausstechen.

Das neue Apple iPad hat seinen festen Platz im
Unternehmenseinsatz.
Vergrößern Das neue Apple iPad hat seinen festen Platz im Unternehmenseinsatz.
© Apple

Das iPad erobert auch die Herzen der Business-Anwender

Doch für bestimmte Einsatzzwecke entwickeln sich Tablets, allen voran das Apple iPad, zum ernsthaften Rivalen für Business-Notebooks und besser ausgestattete Ultrabooks. Wenn in erster Linie das Präsentieren im Mittelpunkt des Einsatzes steht, dann greifen Außendienstmitarbeiter beim Kundenbesuch zunehmend zum iPad (sofern sie nicht einen Beamer anschließen müssen). Und falls einmal längere Tipparbeiten anstehen, lässt sich das iPad mit der passenden externen Tastatur durchaus zum mobilen Arbeitstier aufrüsten.

Ein neuer Boxer steigt in den Ring: Surface

Doch als ob das nicht ausreicht, stellt Microsoft nun einen weiteren Notebook-/Ultrabook-Konkurrenten vor: Surface. Gemeint ist nicht die preiswertere Windows-RT-Variante, sondern die hochpreisigere Windows-8-Version, auf der auch Microsoft Office und jede gewohnte Unternehmenssoftware (wie CRM, ERP, Fernzugriff, Sicherheits-Anwendung oder eine Bildbearbeitung wie Photoshop) läuft.

Wer Ende 2012 oder Anfang 2013 einen mobiles Rechner für den Unternehmenseinsatz sucht, hat also die Wahl zwischen:

* einem klassischen Business-Notebook

* den Top-Modellen unter den Ultrabooks

* einem Surface-Rechner

* dem Windows-8-Tablet eines Microsoft-OEM-Partners

* und – mit gewissen Abstrichen – einem iPad, auf dem dann vielleicht bereits die angepasste Version von Microsoft Office läuft (dessen Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten sein soll). Zu welchem Gerät sollen Sie greifen?

Das Samsung Serie 5 530U3B ist ein vergleichsweise
preiswertes Ultrabook.
Vergrößern Das Samsung Serie 5 530U3B ist ein vergleichsweise preiswertes Ultrabook.
© Samsung

Ultrabooks werden Tablets - und umgekehrt

Die Entscheidung wird noch dadurch erschwert, dass die Ultrabooks erheblich an Funktionalität gewinnen. So werden zum Weihnachtsgeschäft 2012 Ultrabooks mit Touchscreen im Handel sein ( übrigens: Auch den Netbooks steht ein Comeback mit Touchscreen-Funktion bevor ). Die Ultrabooks bekommen also ein typisches Merkmal von Tablet-PCs (zum Weihnachtsgeschäft 2012 kommen Ultrabooks zudem auch als Convertibles in den Handel: Bei diese lässt sich der Bildschirm drehen und umklappen, so dass das Ultrabook dann wie ein Tablet aussieht und funktioniert). Surface wiederum verspricht genau die umgekehrte Entwicklung: Ein Tablet mit einer Tastatur (die in das Cover integriert ist). Alles klar?

Tastatur und Akku-Laufzeit

Ob Microsoft Surface wirklich als Arbeitstier taugt, hängt natürlich vor allem von der Qualität der Cover-Tastatur ab – das werden erst Tests zeigen. Ein weiterer wichtiger Aspekt im Dreikampf Ultrabook gegen Tablet gegen Surface ist die Akku-Laufzeit. Tablets wie das iPad halten lange durch: Sie haben zwar einen kleinen Akku, aber einen sehr sparsamen ARM-Prozessor. Im Surface wie in vielen Ultrabooks sitzt ein leistungsfähigerer, aber nicht ganz so stromsparender Core i5 aus Intels aktueller Ivy-Bridge-Serie. allerdings haben die meisten Ultrabooks einen Akku mit 48 Wattstunden, der im Surface soll nur 42 Wattstunden haben - Vorteil Ultrabooks. Wer mit seinem mobilen PC viel ohne Steckdose unterwegs ist – sei es auf Messen oder auf Kundenbesuch – weiß lange Akku-Laufzeiten zu schätzen. In dieser Disziplin muss Surface erst noch zeigen, was es kann.

Bildschirm

Eventuell spielt sogar das Display die entscheidende Rolle, wenn es für ein Unternehmen darum geht, das richtige Business-Gerät zu finden. Surface bietet mit seinem 10,6 Zoll-Bildschirm und Full-HD zwar ein knackig scharfes Bild wegen der hohen Pixeldichte, könnte aber für viele Anwendungen keine praxistaugliche Auflösung sein.

Pro und Contra

Wer also wird das Rennen um die Gunst der Businesskunden machen? Ultrabooks mit Touchscreen, vielen Schnittstellen und Windows 8 Pro, auf denen jede gewohnte Unternehmenssoftware läuft, die aber schwerer, größer und vielleicht nicht so cool wie ein Tablet sind? Oder Surface-Rechner, die ebenfalls maximalen Software-Support bieten und auch über ausreichend Anschlussmöglichkeiten verfügen, die jedoch vielleicht nicht bei der Tastatur mithalten können? Oder machen doch die klassischen Unternehmens-Notebooks mit ihrem umfangreichen spezialisierten Leistungsumfang (Sicherheit und Zubehör) das Rennen?

Das Fujitsu Lifebook E781 ist ein Business-Notebook mit
hochwertiger Verarbeitung, Intel Core i5-2430M, eingebautes
UMTS-Modul, langer Akkulaufzeit
Vergrößern Das Fujitsu Lifebook E781 ist ein Business-Notebook mit hochwertiger Verarbeitung, Intel Core i5-2430M, eingebautes UMTS-Modul, langer Akkulaufzeit
© Fujitsu

Denn man darf nicht vergessen, dass Ultrabooks wiederum Schwächen gegenüber den klassischen Unternehmens-Notebooks haben: Für Ultrabooks gibt es keine Docking-Stations (ebenso wenig wie für Surface). Und Business-Notebooks haben nicht einen so hohen Haben-Wollen-Faktor wie Ultrabooks: Viele Business-Notebooks sehen absichtlich langweilig aus, um beim Kunden oder bei den Mitarbeitern untereinander keine Neiddebatten aufkommen zu lassen. Ultrabooks sind dagegen auf schick getrimmt. Einen Wechsel-Akku sucht man bei Ultrabooks ebenfalls vergeben – bei Business-Notebooks ist dieses Feature meist vorhanden.

Was plant Apple?

Vielleicht sieht die Lösung aber auch ganz anders aus. Eventuell sehen wir bald Geräte, die zwei unterschiedliche und voneinander trennbare und separat nutzbare Lösungen beinhalten. Also ein leistungsstarkes Ultrabook (im weitesten Sinne), von dem sich im Bedarfsfall der Bildschirm abnehmen und für sich allein als Tablet nutzt lässt. Die Daten zwischen diesen Teilen müssen natürlich automatisch miteinander synchronisiert werden; jede dieser Einzelkomponenten verfügt dann über ihr eigenes, optimiertes OS. So ein multifunktionales Ultrabook-Tablet könnte für mobile Arbeiter die ideale, alle Einsatzbereiche abdeckende Lösung sein. Und wer weiß: Vielleicht denkt Apple bereits in diese Richtung? Denn von Apple hört man derzeit rein gar nichts in Sachen Macbooks mit Touchscreen oder iPads mit richtiger Tastatur. Vielleicht bastelt Apple ja bereits am nächsten Macbook (auf dem MacOS läuft) mit eingebauten iPad (mit iOS), wer weiß?

Preis

Dann ist da natürlich noch die Preisfrage: Ultrabooks und Surface liegen bei im 1000-Euro-Bereich, das iPad ist deutlich günstiger, selbst mit Tastatur und sonstigem Zubehör. Preislich dazwischen liegen die Standard-Business-Notebook. Wobei man ganz klar sagen muss, dass der Preis im Business-Einsatz nicht das ausschlaggebende Kriterium ist.

Mittwoch, 20.06.2012 | 16:34 von Hans-Christian Dirscherl, Thomas Rau
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