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Das Origami-Projekt: WindowsXP-Erweiterung für UMPCs

Nach Spekulationen und einer grafisch hervorragenden Teaser-Webseite entpuppt sich Origami offenbar als neue XP-Oberflächentools für mobile Taschen-PCs.

Mit der CeBIT hat das Rätselraten um Microsofts mit einer breiten Online-Kampagne untermaltes Origami-Projekt ein Ende. Origami ist Microsofts Name für eine neue Klasse von Endgeräten und deren Betreibssystem bzw. Oberfläche. Die "Ultra Mobile PCs" sind größer als ein PDA und kleiner als ein Notebook und natürlich alles andere als eine Revolution - Nokia baut z.B. mit dem Internet-Tablet 770 bereits seit einem halben Jahr ein vergleichbares Modell mit Linux-Interface.

Microsoft konnte bereits mehrere Hersteller dazu animieren, die entsprechende Hardware bereitzustellen: Samsung verbaut z.B. in seinem "Q1" ein halbes Gigabyte RAM und einen Intel-Prozessor. Feste Speicherkapazität bietet eine 1,8 Zoll-Platte, mit der Außenwelt verbindet sich das Gerät über USB, WLAN und Bluetooth. Der sichtbarste Unterschied zu PDAs sind bei den Miniatur-PCs ihre berührungsempfindlichen Displays: mit 800x480 Pixeln Auflösung bieten sie deutlich mehr Fläche als Smartphones oder Handhelds. Mit 780 Gramm Gewicht und 2,6cm Dicke ist man dafür deutlich schwerer bepackt als z.B. mit einem Communicator von Nokia. Telefonieren kann man mit den UMPCs theoretisch auch - nur kam heute noch kein Hersteller auf die Idee, GSM-Chips und entsprechende Software in den Mini-PCs zu verbauen. Dank der WindowsXP-kompatiblen Plattform lässt sich dafür z.B. Skype zum VoIPen über den den integrierten WiFi-Port installieren.

Bislang hatten die wenigsten Geräte dieses Formfaktors, die in den letzten 10 Jahren stets als Revolution angepriesen wurden, Erfolg bei der Masse der Kunden. Zu fummelig ist der Umgang mit dem Touchscreen, zu umständlich die Eingabe von Text ohne Tastatur. Microsoft will mit dem Origami-Projekt solchen Schwächen erstmals vorbeugen: über virtuelle Thumbkeys und neue Oberflächenelemente über dem XP-Layout sollen sich Funktionen intuitiver und schneller erschließen lassen als über die stiftbasierte Touchscreen-Eingabe. Für den neuen Komfort muss der geneigte Kunde allerdings tief in die Tasche greifen. Unter 800? wird vermutlich in der nächsten Zeit kein UMPC über den Ladentisch gehen (Nokia bietet den 770 dagegen bereits für ca. 350? an). Und die sonntägliche Surfsession vom Balkon aus muss man mangels Akkuleistung schon nach 2-3 Stunden unterbrechen.

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