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Darum hat der VW Multivan T6 ein kleineres Display als der Golf

18.09.2015 | 14:40 Uhr |

Im riesigen VW Multivan oder Caravelle (T6) verbaut VW einen kleineren Touchscreen als im vergleichsweise kleinen Golf. Wir nennen den Grund.

Wer sich auf der IAA am Messestand von VW in Halle 3 den Bildschirm im neuen T6 Multivan oder Caravelle anschaut, stutzt. Sofern er den Bildschirm im Golf oder Passat kennt oder deren Bildschirme auf der IAA angeschaut hat. Denn in Golf und Passat kommt als hochwertigstes Infotainmentsystem das Discover Pro mit einem schnell reagierenden 8-Zoll-Farbtouchscreen zum Einsatz. Im deutlich größeren und gegenüber den Golf auch deutlich teureren T6 ist dagegen nur das Discover Media mit einem 6,3 Zoll Farb-Touchscreen verbaut.

Dank Car-Net lassen sich verschiedene Internetdienste im T6 nutzen.
Vergrößern Dank Car-Net lassen sich verschiedene Internetdienste im T6 nutzen.

Das verblüfft ganz besonders deswegen, weil VW den T6 erst kürzlich als Weiterentwicklung des T5.2 vorgestellt hat. Und der Unterschied zwischen T5.2 und T6 unter anderem beim Infotainmentsystem liegt. Sowie bei den neuen Fahrerassistenzsystemen, bei denen allerdings ein aktiver Spurhalteassistent aufgrund der fehlenden elektromechanischen Lenkung fehlt. Sowie bei den neuen Euro-6-Motoren.

Rahmen, Aufbau und Kernmerkmale der Karosserie blieben dagegen unverändert, es gibt also weder hochfeste Stähle noch Leichtbau und Aluminium geschweige denn Carbon-Bestandteile wie beim neuen BMW 7er.

App-Connect für Apple Carplay, Mirrorlink und Android Auto.
Vergrößern App-Connect für Apple Carplay, Mirrorlink und Android Auto.

Somit könnte man auch technischer Sicht den T6 durchaus als T5.3 bezeichnen. Denn Blech-seitig ist er mit dem 2003 vorgestellten T5.1 weitgehend identisch. Wenn aber ausgerechnet das Infotainmentystem zu den wesentlichen Neuerung gehört, warum hat VW dann nicht – augenscheinlich - das Discover Pro verbaut?

Das Cockpit. Ein digitales Active Info Display wie im Passat oder im Audi TT gibt es im T6 nicht.
Vergrößern Das Cockpit. Ein digitales Active Info Display wie im Passat oder im Audi TT gibt es im T6 nicht.

Die Erklärung: Die moderne Hardware des Discover Pro, also dessen Rechenleistung, Bildschirmauflösung und flotte Bedienbarkeit, stehen im T6 durchaus zur Verfügung. Man sieht es nur auf den ersten Blick nicht.

Einstellungen für die Karte.
Vergrößern Einstellungen für die Karte.

Weil der T6-Bildschirm eben nur eine 6,3 Zoll Bildschirmdiagonale statt 8 Zoll hat. Unter der Haube steckt aber das Discover Pro. Das merkt man sofort, wenn man sich auf der IAA in Halle 3 am VW-Messestand in den T6 setzt (er steht dort als Multivan und als Caravelle zum Anschauen) und auf dem Touchscreen Fingerbewegungen macht. Die Karte zoomt flott ein und aus und lässt sich fast ruckelfrei verschieben. Pinch-to-Zoom und Multizoomgesten sind kein Problem.

Navigation
Vergrößern Navigation

Auch die übrige Bedienbarkeit erinnert in Sachen Tempo und Konzept (zum Beispiel der schnell reagierende Näherungssensor, der erkennt, wenn sich eine Hand dem Bildschirm nähert und daraufhin eine Menüleiste am unteren Bildschirmrand ausfährt) an das aus Passat und Golf bekannte Discover Pro.

Speichermedien
Vergrößern Speichermedien

Wie uns Dr. Volkmar Tanneberger, Leiter Elektrik- und Elektronikentwicklung des Volkswagenkonzerns, erklärte, verwendet VW im T6 noch die alte Armaturentafel des T5.2 (wegen der oben erwähnten alten Vorgänger-Strukturen). In der Armaturentafel des T5.2 ist aber einfach nicht genügend Platz für einen 8-Zoll-Bildschirm.

Die Studie des neuen Multivan PanAmericana zeigt, wie man ein Motorrad sicher im T6 verstaut.
Vergrößern Die Studie des neuen Multivan PanAmericana zeigt, wie man ein Motorrad sicher im T6 verstaut.

Beziehungsweise es wäre für VW zu teuer geworden, die Armaturentafel für einen 8-Zoll-Bildschirm anzupassen. Deshalb verbaute VW kurzerhand das 6,3-Zoll-Modell, aber eben mit der vollen Rechenpower des Discover Pro.

Sprachsteuerung
Vergrößern Sprachsteuerung

Den Entwicklungssprung, den das Infotainmentsystem im T6 dadurch machte, bemerken Sie sofort, wenn Sie sich auf dem IAA-Stand von VW vom T6 zu dem nur wenige Meter entfernten Pickup Amarok umsetzen. Nicht nur dass sein gesamtes Innenambiente schon sehr an ein einfach gestaltetes Nutzfahrzeug erinnert (wobei Sie solch einfaches Plastik-Interieur auch im T6 finden – und zwar in der Ausstattungsvariante Transporter), auch der Bildschirm, der noch von der Vorgänger-Infotainmentgeneration stammt (wie man sie auch im T5.2 findet), wirkt deutlich antiquiert.

Moderne Lenkradtasten
Vergrößern Moderne Lenkradtasten

Der Touchscreen ist resistiv und reagiert nur auf deutlichen Fingerdruck. Und selbst dann nur langsam. Multzoomgesten sind nicht möglich, die Karte lässt sich mit den Fingern nur langsam verschieben, nicht aber per Pinch-to-Zoom ein- und auszoomen.

Navigation
Vergrößern Navigation

Fazit: Das Infotainmentsystem im T6 ist also durchaus zeitgemäß, schnell und leicht bedienbar – man sieht es ihm nur auf den ersten Blick nicht an. Weil aber die von dem 8-Zoll-Bildschirm des Discover Pro bekannte Auflösung auf dem 6,3-Zoll-Bildschirm zur Verfügung steht, kann sich der T6-Fahrer sogar über eine sehr scharfe Darstellung freuen.

Darum hat der VW Multivan T6 ein kleineres Display als der Golf.
Vergrößern Darum hat der VW Multivan T6 ein kleineres Display als der Golf.
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