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Folding@Home durchbricht Petaflop-Grenze

21.09.2007 | 14:07 Uhr |

Das Folding@Home-Projekt der Universität Stanford zur Erforschung der Proteinfaltung bündelt ungenutzte Prozessorressourcen von Privat-Rechnern, um die aufwendigen Simulationen schneller durchführen zu können. Dank der Playstation 3, für die auch ein entsprechendes Folding@Home-Programm zur Verfügung steht, hat die Rechenkapazität des Clusters mittlerweile die Petaflop-Marke überschritten.

Verteilung der Cluster-PCs auf der Welt
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© 2014

Ähnlich wie das Seti@home-Projekt macht sich das Folding@Home-Projekt der Universität Stanford die Möglichkeiten des Verteilten-Rechnens zu Nutze. Während es beim Seti-Projekt um die Durchforstung des Weltalls nach intelligentem Leben geht, versuchen die Forscher des Folding@Home-Projekts die Faltung von Proteinen zu verstehen. Von den Ergebnissen erhofft man sich neue Wege in der Behandlung von vielen Krankheiten, wie etwa Alzheimer, BSE, Creutzfeld-Jakob oder Krebs . Würden die Forscher für ihre Simulationen nur die eignen Rechner verwenden, dann würden die Rechenoperationen mehrere Jahrzehnte dauern. Über die Verteilung der Simulationen auf alle teilnehmenden Privat-Rechner, kann dieser Vorgang jedoch um ein vielfaches beschleunigt werden.

Um den Forschern zu helfen, müssen Sie nur ein kleines Programm herunterladen , dass Sie entweder als Dienst im Hintergrund installieren, oder alternativ als Bildschirmschoner einrichten. In der Folge verwendet das Folding@Home-Programm nicht genutzte Rechenleistung Ihres Prozessors für das Projekt. Versionen des Programms gibt es für Windows, Mac OS X und Linux. Außerdem gibt es eine eigene Ausführung für Sonys PlayStation 3 und seit neuestem auch eine Version, die sich die Rechenleistung von GPUs der Grafikkarten von ATIs Radeon-X1-Serie zu Nutze macht.

Auf der PlayStation 3 ist ab Version 1.6 die Unterstützung für Folding@Home von Haus aus gegeben. Das erklärt, warum durch die wachsenden Verkaufszahlen von Sonys Spielekonsole die Gesamtrechenleistung der teilnehmenden Rechner erstmals die Petaflop-Grenze überschritten hat. Die Statistik zeigt , dass die Masse der teilnehmenden PlayStation-Systeme mittlerweile mit Abstand mehr Rechenleistung zur Verfügung stellt, als alle PCs zusammen. Wie die Mitarbeiter in ihrem Blog verlauten ließen , will man durch weiter steigende Verkäufe der PlayStation 3 und besser optimierte Client-Programme bald auch die Zwei-Petaflop-Grenze durchbrechen.

Statistik der beigetragenen Rechenleistungen
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Zum Vergleich: der größte Supercomputer der Welt, der BlueGene/L soll laut IBM über eine Rechenleistung von gerademal 360 Teraflops maximal erreichen (1000 Teraflops = 1 Petaflop, 1000 Gigaflops = 1 Teraflop). Die Einheit Flops (Floating Point Operations Per Second) bezeichnet die Anzahl an Gleitkommazahl-Operationen, die von einem Computersystem durchgeführt werden können, und ist so eine Maßeinheit für die Geschwindigkeit. Ein normaler Pentium-4-Prozessor mit 3,2 Ghz erreicht etwa 6,4 Gigaflops ( laut IBM ).

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