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ePass: "Personalisierte Bombe" keine Gefahr

26.04.2007 | 09:29 Uhr |

Nach dem geplanten neuen Passgesetz sollen biometrische Daten in die Pässe aufgenommen werden. Zu potenziellen Gefahren hat der Biometrie-Experte Dr. Christoph Busch in einer Stellungnahme an den Innenausschuss des Bundestages seine Einschätzung dargelegt. Diese sei in Bezug auf ‚personalisierte Bomben’ in den Medien falsch dargestellt worden.

"Die aktuelle Medienberichterstattung vermittelt den Eindruck, dass der Bau personalisierter Bomben eine akute Bedrohung der Bürger im Zusammenhang mit der Einführung von ePässen darstellt. Dies ist aber ausdrücklich nicht der Fall", stellt Busch (Fraunhofer IDG) richtig. "Im Gegenteil: In meinem Gutachten komme ich zu dem Schluss, dass es sich hierbei um einen möglichen theoretischen Angriff auf prominente Persönlichkeiten handelt, der jedoch als nicht kritisch einzustufen ist, da sich die potenzielle Bedrohung mit einfachen und kostengünstigen Maßnahmen eliminieren lässt."

Konkret hat sich Busch mit dem theoretischen Szenario befasst, in dem ein Attentäter die so genannte Machine Readable Zone (MRZ) des Passes einer prominenten Person kennt. In dieser auf der Datenseite des Passes gedruckten MRZ befinden sich unter anderem die Dokumentennummer, das Geburtsdatum des Passinhabers und die Gültigkeitsdauer des Passes. Bei der Passkontrolle wird die MRZ gescannt und aus dieser Information ein Zugriffschlüssel berechnet, der die Daten im RFID-Chip freigibt.

Bei bekannter MRZ könnte eine Bombe genau dann gezündet werden, wenn der dazugehörende Pass in einem Abstand von unter 25 Zentimetern detektiert wird. "Dieser Angriff ist zwar potenziell möglich. Das Risiko kann allerdings schon mit einer abstrahlsicheren Verpackung des Passes - beispielsweise einer mit Alu-Folie gefütterten Brieftasche - einfach und kostengünstig kontrolliert werden. Dies ist im Vergleich mit sonstigen Schutzmaßnahmen für prominente Persönlichkeiten wie etwa Leibwächtern oder gepanzerten Fahrzeugen ein vernachlässigbar geringer Aufwand", so Busch weiter. ( tecchannel /tc)

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