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DVD speichert Daten dank Protein-Strukturen

09.07.2006 | 14:57 Uhr |

Mit Proteinen überzogene DVDs könnten eines Tages so viele Informationen speichern, dass Festplatten überflüssig werden. Dies behauptet zumindest ein amerikanischer Wissenschaftler.

Professor V Renugopalakrishnan von der Harvard Medical School Boston arbeitet an einem Verfahren, bei dem DVDs von genetisch veränderten Bakterien mit einer hauchdünnen Proteinschicht überzogen werden. Damit sollen in Zukunft mehrere Terabyte auf engstem Raum abgelegt werden können. Dies soll so weit führen, dass herkömmliche Festplatten bald der Vergangenheit angehören. Die protein-basierten DVDs sollen vor allem in der Medizin, beim Militär und in der Unterhaltungsbranche Verwendung finden, so Renugopalakrishnan. Denn in diesen Industriezweigen müssten gigantische Datenmengen von Satelliten oder Videomaterial gespeichert werden.

Die protein-basierten DVDs sollen alle Vorteile der aktuellen optischen Speichermedien in sich vereinen, da die verwendeten Eiweiße nur wenige Nanometer voneinander entfernt liegen. Aktuell geht man von der ungefähr 20fachen Kapazität einer Blu-Ray Disk aus, möglich wären jedoch bis zu 50.000 Gigabytes auf einer Scheibe.

Möglich wird dies durch ein lichtempfindliches Protein, welches in der Membran eines Bakteriums gefunden wurde. Scheinen Lichtstrahlen auf diese Strukturen, so verwandeln sie sich in unterschiedliche Moleküle, jeweils mit einer einzigartigen Form, bevor sie wieder in ihren Ausgangszustand zurückkehren. Die Grundstruktur entspräche bei der Verwendung als Datenspeicher einer 0, alle anderen Zustände einer 1. Durch eine Modifizierung der DNA können die Informationen mehrere Jahre gespeichert werden, in der Natur hält der Vorgang nur knapp eine Stunde an.

In Zusammenarbeit mit der japanischen Firma NEC entstanden bereits die ersten Prototypen. Erste USB Disks werden in ungefähr 12 Monaten in die Produktion gehen. Die ersten DVD erwartet man in ungefähr zwei Jahren. Das Projekt wurde von dem US-Militär, der Regierung, wissenschaftlichen Institutionen, kommerziellen Organisationen und der Europäischen Union gefördert.

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