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DVB-T2-Einsatz auch in Deutschland möglich

07.07.2008 | 14:05 Uhr |

Das europäische Konsortium DVB Project hat die Spezifikationen für den Fernsehstandard DVB-T2 veröffentlicht. Der Nachfolger soll ab 2010 DVB-T ablösen, weil er deutlich effizienter mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite umgeht. Der Zuschauer muss sich allerdings neue Empfänger zulegen, um Fernsehen via DVB-T2 zu schauen.

Gerade erst sind erste Mobiltelefone mit DVB-T-Empfang auf dem deutschen Markt erschienen, da steht schon der Nachfolgestandard in den Startlöchern. Der Lenkungsausschuss des europäischen DVB-Projektes hat im Rahmen seiner 58. Versammlung DVB-T2 ratifiziert und veröffentlicht. Die Spezifikationen müssen noch vom ETSI (European Telecommunications Standards Institute) bestätigt werden.

Der Nachfolgestandard soll nach Angaben der Organisation eine 30 bis 50 Prozent höhere Kapazität aufweisen, was vor allem durch neue Kompressionsalgorhythmen erreicht wird. Statt des bislang für Videos verwendeten MPEG-2-Codecs kommt der doppelt so effiziente und auch für HDTV und Blue-Ray-Filme eingesetzte Standard MPEG-4/H.264 zum Einsatz. Die freiwerdende Bandbreite können die Sendeanstalten für neue Kanäle nutzen oder zur Verbesserung der Übertragungsqualität.

Wann der neue Standard in Deutschland zum Einsatz kommt, ist noch ungewiss. Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben bislang keine Pläne geäußert, auf den neuen Standard zu wechseln. Die privaten Anbieter könnten DVB-T2 jedoch schon früher einsetzen, da sie mit ihm einerseits teure Bandbreite sparen und andererseits Premium-Inhalte im HD-Format ausstrahlen können.

Für Mobiltelefone hat die Einführung des neuen DVB-T-Standards jedoch einige Nachteile. DVB-T2 ist nicht abwärtskompatibel, was bedeutet, die Nutzer müssen sich in etwa zwei bis drei Jahren vielleicht ein neues Fernseh-Handy zulegen. Außerdem ist die Entschlüsselung von H.264 im Vergleich zu MPEG-2 sehr rechenintensiv. Speziell für die MPEG-4-Wiedergabe entwickelte Video-Chips verringern zwar die CPU-Belastung so weit, dass selbst auf Einsteigerhandys mittlerweile Videos geschaut werden können. Der Akku ist dann aber schnell leer.

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