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Mobiles Fernsehen - Der Anfang vom Ende?

Seit zwei Tagen testet Mobile 3.0 Handy-Fernsehen via DVB-H in vier deutschen Großstädten. Damit ist das Konsortium vom eigentlichen Ziel, die Fußball-EM aufs Handy zu bringen, meilenweit entfernt. Wann startet DVB-H für den Massenmarkt? Derzeit gibt es noch viele Probleme, die letztlich das Aus für MobileTV via DVB-H bedeuten könnten.

Seit zwei Tagen bietet das Konsortium Mobile 3.0 Handy-Fersehen via DVB-H und startete damit gerade noch rechtzeitig zur Fußball-EM. Trotz dieses angeblichen Erfolges wurde das eigentliche Ziel weit verfehlt. Das Angebot, das immerhin neun Fernseh- und drei Radiosender umfasst, ist bundesweit in vier Großstädten verfügbar und kann nur im Rahmen des Testbetriebs genutzt werden. Der Verbraucher hat davon keinen Nutzen.

Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Denn die Auswahl der Geräte beschränkt sich derzeit auf zwei Handys von Nokia und Samsung, mit weiteren Modellen ist vorerst nicht zu rechnen. Nach wie vor wird ein Großteil der am Markt verfügbaren Handys noch über die Netzbetreiber verkauft und die sind an einem Erfolg von DVB-H nicht interessiert. Die drei Anbieter T-Mobile, Vodafone und O2 erhielten bei der Vergabe der DVB-H-Sendelizenzen im Oktober 2007 eine Absage und haben jetzt begonnen, Mobiltelefone in ihr Portfolio aufzunehmen, die den Digitalfunk DVB-T unterstützen. Seit kurzem wird in Deutschland das HB620T von LG verkauft.

Neben den fehlenden Handys leidet DVB-H unter einem zweiten Problem: Wer die Privatsender RTL, VOX, Sat.1, Pro7, n-tv und N24 empfangen möchte, muss einen monatlichen Grundpreis an den Anbieter zahlen. In Österreich berechnet der Netzbetreiber One für sein Angebot 9 Euro im Monat. Dagegen ist die Nutzung von DVB-T kostenfrei und ist verglichen mit DVB-H fast überall in Deutschland zu empfangen. Laut Mobile 3.0 Präsident Dr. Rudolf Gröger soll DVB-H bis "Ende dieses Jahres" in allen größeren Städten Deutschlands verfügbar sein - ursprünglich sollte der MobileTV-Dienst schon zur Fußball-WM 2006 bundesweit ausgebaut sein. So bleibt auch diesmal abzuwarten, wann der Standard überall genutzt werden kann.

Kann sich DVB-H trotz der Schwierigkeiten gegen DVB-T durchsetzen? Viele Verbraucher, die mobiles Fernsehen auf ihrem Telefon anschauen möchten, haben sich gegen DVB-H entschieden. Neben der schlechten Verfügbarkeit ist vor allem der monatliche Grundpreis ausschlaggebend für diese Entscheidung. Und über ein paar mehr Endgeräte mit DVB-H-Unterstützung wären die Kunden sicherlich auch dankbar.

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