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Durchbruch für mobiles Fernsehformat

DMB oder doch lieber DVB-H? Was passiert, wenn ich mir heute ein Handy mit DMB-Empfänger kaufe, sich morgen aber ein anderer Standard durchsetzt? War das dann ein Fehlkauf? Diese und ähnliche Sorgen beendete heute eine Entscheidung des Bundeskartellamtes.

Bereits im Juli hatte die EU-Kommission mobileTV im Format DVB-H als Standard für Europa vorgeschlagen, um die Verwirrung für die potenzielle Käuferschaft zu mindern. Bislang stand die nämlich vor der Qual der Wahl zwischen DMB und besagtem DVB-H. Damit stand zwangsläufig jedes mal gleichzeitig die Überlegung an, ob und welcher Anbieter sich eventuell durchsetzen- und welcher andere Standard dann möglicherweise in Zukunft wegfallen könnte. Dieses Problem könnte zukünftig wegfallen, den heute legte das Bundeskartellamt den Grundstein für eine hauptsächliche Verbreitung von DVB-H in Deutschland.

Die drei Mobilfunkriesen T-Mobile, Vodafone und O2 dürfen demnach den Aufbau einer gemeinsamen Handy-TV-Plattform in Angriff nehmen. Das Vorhaben der drei Netzbetreiber steht in direktem Zusammenhang mit der Ausschreibung von DVB-H-Frequenzen und deren Programmbelegung durch die Bundesnetzagentur und die Landesmedienanstalten. Da E-Plus offensichtlich nicht in dieses Vorhaben involviert ist und demnach mit Wettbewerbsnachteilen zu rechnen hätte, musste das Joint-Venture allerdings klare Zugeständnisse machen.

So ist es zwingend erforderlich, dass Kunden des Dreibundes in der Wahl der Programme und Programmpakete frei bleiben, sich eine Zusammenarbeit bei der elektronischen Programmführung ESD nur auf die Basisdaten beschränkt, vertriebene Endgeräte nicht nur ausschließlich den DVB-H Empfang ermöglichen, der Empfang auch mit anderen Geräten als Handys möglich sein muss und vor allem DVB-H-Empfang nicht gezwungenermaßen mit einem Mobilfunkvertrag gekoppelt sein darf.

Somit erstreckt sich die Gemeinschaftsarbeit hauptsächlich auf den gemeinsamen Erwerb von Programminhalten. Den Vertrieb der einzelnen Inhalte wollen alle drei Unternehmen selbstständig ausüben. Die Unternehmen haben nun bis Anfang Oktober Zeit, zu den genannten Inhalten Stellung zu nehmen. Wenn keine größeren Probleme mehr auftauchen oder bei Zustimmung der Beteiligten wird diese Entscheidung durch das Bundeskartellamt endgültig für verbindlich erklärt.

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