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Satelliten könnten Breitbandversorgungslücken schließen

21.06.2009 | 16:33 Uhr |

Avanti Communications wird in den nächsten Jahren eine Flotte von hochmodernen Satelliten zur universalen Breitbanddatenübertragung ins All schießen. Schon im zweiten Halbjahr 2009 wird HylasOne, ein mit Ku- und Ka-Band-Transpondern ausgestatteter Satellit, 350.000 weiteren Kunden in Großbritannien eine leistungsfähige Anschlusstechnologie zur Verfügung stellen.

Übertragungsraten bis zu zwei Megabit pro Sekunde (Mbps) im Downlink werden somit möglich. In weiterer Folge sollen zwei wesentlich leistungsfähigere Satelliten die Übertragungskapazitäten noch deutlich erhöhen. Über sogenannte Hercules-Satelliten werden 2,5 Mio. Haushalte an das Internet Anschluss finden. "Es ist unser Ziel, eine hinsichtlich von Kosten und Übertragungsgeschwindigkeit mit ADSL vergleichbare Technologie flächendeckend zur Verfügung zu stellen", sagt David Williams, CEO von Avanti .

Die lückenlose Breitbandversorgung bzw. die entstandene digitale Kluft zwischen urbanen und ländlichen Gebieten ist eines der drängendsten Probleme in Europa. Deutschlandweit fehlen Breitbandzugänge in 800 Kommunen und in der EU sind Schätzungen zufolge zwischen zehn und 30 Mio. Haushalte unversorgt. "Auch der satellitengestützte Internetzugang Tooway von Eutelsat wurde genau zu dem Zweck entwickelt, die Breitbandversorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen und Endkunden mit einem leitungsungebundenen Breitbandzugang zu versorgen", erklärt Holger Crump, Tooway-Sprecher von Eutelsat, auf Anfrage von pressetext. Dabei biete Tooway über eine einzige Satellitenschüssel einen Hochgeschwindigkeitszugang ins Internet, zukunftsweisende VoIP-Dienste und den Empfang von digitalen TV- und Radio-Programmen.

Europas führender Satellitenbetreiber beabsichtigt, Tooway bis 2010 auch in Großbritannien auf den Markt zu bringen, berichtet die BBC. Der Zwei-Wege-Internetzugang wird im Ku-Band über Eurobird auf 33 Grad Ost sowie im Ka-Band auf Hotbird 13 Grad Ost angeboten. Ab Juli sollen für Endkunden Datenübertragungsraten von bis zu 3,6 Mbps im Downlink möglich sein. Zugleich würden die Uplink-Raten auf maximal 384 Kilobit pro Sekunde ansteigen, heißt es bei Eutelsat. Im nächsten Jahr startet das Unternehmen mit KA-SAT auch einen völlig neuen Hightech-Satelliten, der ausschließlich im Ka-Band operieren und dessen Gesamtkapazität einer Flotte von 40 herkömmlichen Satelliten entsprechen wird. Durch die Kombination von Multispotbeam-Technologie und der Mehrfachnutzung der Frequenzen erreicht KA-SAT einen Datendurchsatz von 70 Gigabit pro Sekunde. Rund zwei Mio. Endkunden in Europa sollen dadurch mit Datenraten von bis zu zehn Mbps im Downlink versorgt werden.

Ka- und Ku-Band-Transponder nützen Hochfrequenzbereiche im elektromagnetischen Spektrum. Für das Senden und Empfangen von Daten sind jeweils eigene Frequenzenbereiche reserviert. Aufgrund ihrer kurzen Wellenlängen sind Mikrowellen leicht fokussierbar und ermöglichen gezielte Übertragungen über enorme Distanzen hinweg. Die so weitergeleiteten Signale können von kleinen Empfangsantennen mit Durchmessern von rund 70 Zentimetern aufgefangen werden. Ein flächendeckender Ausbau von terrestrischen Glasfaser- oder UMTS-Netzen wurde von Telekommunikations- und Kabelgesellschaften bislang abgelehnt, da sich die zu tätigenden Investitionen wegen der geringen Anzahl von Neukunden nicht rechnen würden. So hat die britische Regierung verordnet, dass Übertragungen mit mindestens zwei Mbps im Downlink bis 2012 für alle britischen Haushalte möglich sein müssen. "Auch die Bundesregierung hat in ihrem jüngsten Strategiepapier zur Breitbandversorgung in Deutschland den Stellenwert von Satelliten für das Schließen der digitalen Kluft anerkannt", so Crump abschließend. (pte)

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