DRM legal entfernen: Umweg über die Soundkarte

Donnerstag den 11.05.2006 um 13:21 Uhr

von Daniel Behrens

Seriöse Entwickler konzentrieren sich darauf, Programme zu schreiben, die DRM-geschützte Dateien auf legalem Wege umwandeln. Denn nur mit solcher Software lässt sich auch Geld verdienen. Legal bedeutet in diesem Fall: Den Kopierschutz, der den Anwender am digitalen Weiterverbreiten hindern soll, darf nicht umgangen werden. Die entsprechenden Programme wenden daher einen Trick an: Sie geben die Audiodateien wieder, greifen im gleichen Moment das Signal von der Soundkarte ab und nehmen es zum Beispiel im MP3-Format auf. Inzwischen gibt es sogar Tools, die die Stücke in doppelter oder vierfacher Geschwindigkeit abspielen und aufnehmen, zum Beispiel Tunebite .

Durch den kurzen analogen Umweg gibt es kaum hörbare Qualitätseinbußen. Das Durchschnittsgehör wird das Original nicht von der Kopie unterscheiden können. Tunebite wandelt beliebig viele Dateien hintereinander vollautomatisch im Batchbetrieb um. Das Tool sorgt dafür, dass die Kopie mit Ausnahme der Endung den gleichen Dateinamen und die gleichen Metadaten (ID3-Tags mit Titel- und Künstlerangabe) bekommt. Das spart lästige Tipparbeit. Da Tunebite den Kopierschutz nicht knackt, gilt das Verfahren der Wiederaufnahme unter vielen Juristen als legal. Ein gerichtliches Urteil, das Rechtssicherheit schafft, gibt es jedoch nicht. Ein Nachteil von Tools wie Tunebite: Während Sie Musik umwandeln, sollten Sie keine anderen Töne über die Soundkarte wiedergeben, da diese sonst mit in der Aufnahme landen.

Ein alternatives Tool, das zwar gratis ist, aber Handarbeit erfordert, ist No23 Recorder . Nach dem Start tragen Sie Titel und Interpreten des Songs ein, den Sie umwandeln möchten, und geben ein Zielverzeichnis an. Beim Punkt „MP3“ stellen Sie die Bit-Rate und damit die Aufnahmequalität ein. Sie sollte zwischen 128 und 192 KBit/s betragen. In den nebenstehenden Drop-down-Feldern wählen Sie Ihre Soundkarte und den korrekten Aufnahmekanal aus. Sein Name kann je nach Soundkarte variieren, zum Beispiel „Summe“, „Gesamt“ oder „Waveausg.-Mix“. Im Zweifel hilft nur ausprobieren. Klicken Sie nun auf „Record,“ und starten Sie unmittelbar danach die Wiedergabe des DRM-geschützten Titels in der entsprechenden Abspiel-Software, zum Beispiel Windows Media Player oder iTunes. Die Pegelanzeigen in No23 Recorder sollten sich im oberen gelben Bereich befinden. Ist das nicht der Fall, steuern Sie den Titel mit den Reglern „Master“ oder „Volume“ beziehungsweise dem Lautstärkeregler in der Wiedergabe-Software aus. Starten Sie dann die Aufnahme erneut.

Donnerstag den 11.05.2006 um 13:21 Uhr

von Daniel Behrens

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