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DRAM: Preise weiter auf Talfahrt

10.04.2007 | 14:48 Uhr |

Die Preise für DRAM-Speicherchips befinden sich weiter im Sinkflug. Sparfüchse, die ihrem PC mehr Speicher gönnen möchten, sollten sich aber noch ein wenig gedulden, denn es dauert in der Regel ein paar Wochen, bis sich die gesunkenen Großhandelspreise auf die Endkundenpreise auswirken.

Die Hersteller von DRAM-Speicherchips kämpfen weiter mit sinkenden Preisen. Mittlerweile dürfte gar die Situation eingetreten sein, dass einige Hersteller ihre Chips unter den eigentlichen Produktionskosten verkaufen müssen. So kostet derzeit der gebräuchlichste DRAM-Chip (512 Mbit, 667 MHz, DDR2) bei der Online-DRAM-Börse von Dramexchange rund 2,50 Dollar, Tendenz weiter fallend. Auf diesem Marktplatz werden diejenigen Speicherchips der Hersteller gehandelt, die nicht über direkte Abkommen mit großen Herstellern von etwa Dell oder Hewlett-Packard verkauft werden. Etwa ein Viertel der Produktion fließt in diesen "offenen" Markt.

Das Überangebot an DRAM resultiert aus Sicht von Dramexchange daraus, dass einige Hersteller in der Vergangenheit Kapazitäten von NAND-Flash auf DRAM umgestellt hätten. Auch bei NAND-Flash zeigte die Preiskurve sechs Monate nach unten, bevor sich der Markt stabilisierte.

Analysten sehen in den Preisen für DRAM auch einen Indikator für die weitere Entwicklung am PC-Markt. Eine niedrigere Nachfrage wie derzeit könnte auf einen sich abkühlenden Markt, sprich: weniger verkaufte PCs, hindeuten. Dem widerspricht allerdings Dramexchange und meint, kein Problem in diesem Marktsegment erkennen zu können.

Für DRAM-Produzenten ist die derzeitige Preislage allerdings kein Grund zur Freude. So wird geschätzt, dass die Produktion eines Chips zwischen 2,50 und 3 Dollar kostet. Demnach ist es recht wahrscheinlich, dass zumindest einige Hersteller derzeit nur Preise erlösen, die unterhalb der eigentlichen Herstellungskosten liegen. Dies würde dazu führen, dass diese Hersteller sich über kurz oder lang von der Produktion von DRAM verabschieden, was zu einem geringeren Angebot und letztlich wieder zu steigenden Preisen führen könnte.

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