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DRAM: Preise sinken weiter

08.05.2007 | 11:02 Uhr |

Hersteller von DRAM-Speicherchips haben momentan kaum Grund zur Freude. Denn seit Monaten sinken die Preise dramatisch, jetzt wurde erstmals die Grenze von 2 Dollar pro Chip nach unten durchbrochen.

Die Preise für DRAM-Speicherchips befinden sich nach wie vor im Sinkflug. Nun durchbrach der gebräuchlichste DRAM-Chip (512 Mbit, 667MHz DDR2) erstmals die Marke von 2 Dollar und notiert derzeit bei knapp 1,90 Dollar. Damit gingen die Preise seit Mitte April um gut 9 Prozent zurück, teilte das Unternehmen Dramexchange mit, das eine DRM-Online-Börse betreibt . Seit Anfang des Jahres verbilligten sich DRAM-Chips somit um 67 Prozent.

Anwender, die den Hauptspeicher ihrer Rechner aufrüsten wollen, werden somit in den kommenden Monaten weiterhin zu äußerst günstigen Preisen zugreifen können. Für die Hersteller ist dieser Preispunkt allerdings ein mittleres Desaster, denn die Herstellungskosten der Chips liegen zwischen 2,50 und 3 Dollar. Daher ist damit zu rechnen, dass die Unternehmen ihre Produktionslinien auf andere Technologien - etwa NAND - umstellen werden, um die Verluste zu minimieren und das Überangebot zu reduzieren. Eine solche Umstellung dauert allerdings einige Wochen und birgt zudem die Gefahr, bei steigenden DRAM-Preisen nicht mehr mit an Bord zu sein.

Die Analysten von Dramexchange sind der Ansicht, dass die Nachfrage nach DRAM im Mai und Juni geringer als erwartet ausfallen wird, da die großen Hersteller ihre Lager bereits gefüllt haben. Eine Stabilisierung der Preise ist erst zu erwarten, wenn diese Lagerbestände abgebaut worden sind.

Rund drei Viertel der DRAM-Produktion wird direkt von den Herstellern an verschiedene Unternehmen verkauft, der Rest wird auf Spot-Märkten gehandelt (ähnlich wie bei Öl oder Gas). Normalerweise werden sinkende DRAM-Preise als Indikator für einen sich abschwächenden PC-Markt angesehen, dies soll derzeit aber nicht der Fall sein, wie Dramexchange erläutert. So seien aktuell allein die Hersteller an dem Überangebot schuld, da sie ihre Produktionslinien in der Vergangenheit massiv von NAND-Flashspeicher auf DRAM umgestellt haben. Beim NAND-Speicher konnte ein ähnliches Spiel beobachtet werden: Auch dort gingen die Preise sechs Monate in Folge zurück, was viele Hersteller zu einem Ausstieg veranlasste. Mittlerweile haben sich die Preise für NAND-Chips aber wieder stabilisiert.

DRAM: Preise weiter auf Talfahrt

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