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DMV fordert: CD-Rohlinge sollen teurer werden

11.06.2002 | 13:38 Uhr |

In einem offenen Brief fordert der Deutsche Musikverleger-Verband Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin auf, die Höhe der Urhebervergütung drastisch anzupassen. Sollte die Ministerin dem Vorstoß folgen, könnten sich CD-Rohlinge um knapp 50 Prozent verteuern.

Land unter bei den Musikverlagen. Seit Monaten sinken die Verkaufszahlen und somit der Profit der einst so ertragreichen Industrie. Ein Schuldiger ist schnell gefunden - es sind diejenigen Nutzer, die sich lieber eine CD brennen, als sie zu kaufen. Auch Peer-to-Peer-Tauschbörsen im Internet erlauben es nahezu jedem PC-Anwender, innerhalb kürzester Zeit an Musiktitel seiner Wahl zu gelangen, selbstverständlich kostenlos.

In einem offenen Brief fordert nun der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV) Bundesjustizministerin Hertha Däubler-Gmelin auf, die Höhe der Urhebervergütung, die für jeden CD-Rohling entrichtet werden muss, nach oben anzupassen.

Diese Erhöhung, die erste nach fünfzehn Jahren, fällt allerdings recht üppig aus. Derzeit beträgt die Vergütung 6,14 Euro-Cent pro Spielstunde, dieser Betrag soll nun auf mindestens 18 Euro-Cent pro Spielstunde angehoben werden. Hochgerechnet auf die jeweilige Kapazität eines CD-Rohlings ergeben sich somit für ein 650-Megabyte-Medium 22,2 Euro-Cent und für einen 700-Megabyte-Rohling 24 Euro-Cent. Im Schnitt kostet ein Rohling zirka 50 Euro-Cent, daher entspräche dies einer Erhöhung von bis zu 50 Prozent.

In dem offenen Brief, den Sie hier herunterladen können, sieht sich die Industrie machtlos gegenüber den illegalen Kopien der Privatanwender. So sehe der Gesetzgeber seit Jahren tatenlos zu, wie eine ganze Branche "niedergebrannt" werde.

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