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DGE warnt vor Verhütung per App

05.08.2016 | 14:44 Uhr |

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hat die Zuverlässigkeit von Zyklus-Apps zur Verhütung untersucht.

Klassische Zyklus-Computer, welche die fruchtbaren Tage bei Frauen beispielsweise anhand von Temperatur oder der Leitfähigkeit des Speichels bestimmen, werden seit einiger Zeit von so genannten Fertility Apps verdrängt. Software wie Ladytimer oder Period Tracker im Play Store oder in Apples App Store sind jedoch mit Vorsicht zu genießen.

Laut Matthias Weber, Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), sei völlig unklar, ob diese Apps auch tatsächlich halten, was sie versprechen. Meist wäre nicht einmal erkennbar, welchen Algorithmus die Entwickler verwenden oder ob ihren Daten auch klinischen Studien zugrunde liegen.

Für Frauen mit Kinderwunsch könnten die Apps durchaus sinnvoll sein, so Weber. Frauen, die mit Hilfe der App verhüten wollen, rät Weber jedoch dringend von der Nutzung ab. Selbst Zyklus-Computer würden sich nur für die Nutzerinnen eignen, deren Lebensweise und Zyklus sehr regelmäßig sind. Wer also sicher gehen will, sollte auch weiterhin auf bewährte Methoden wie Kondom, Antibabypille oder Spirale zurückgreifen.

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