24.06.2009, 14:02

pte

Cyberwar

USA planen Cyberkommando zur Online-Kriegsführung

Das Pentagon hat Pläne zur Einführung eines einheitlichen "Cyberkommandos" für das US-Militär bekannt gegeben. Wie US-Verteidigungsminister Robert Gates verlauten ließ, sollen in Zukunft alle Hightech-Bereiche des Militärs unter einem Dach zusammengefasst und zentral geleitet werden.
Das Cyberkommando sei darauf ausgelegt, das Land vor Online-Attacken und Spionage im Web zu schützen. Die Einheit wird sowohl Unterorganisationen der Army und Navy als auch der Airforce umschließen. Das dadurch entstehende neue Kommando soll dann in der Lage sei, die USA im Informationskrieg zu schützen und bei Bedarf gegen feindliche Nationen tätig zu werden.
Laut Verteidigungsministerium soll die Gruppe in den kommenden Monaten ihre Arbeit aufnehmen und bis Oktober 2010 schließlich voll einsatzfähig sein. Hauptgrund für die Einführung des Cyberkommandos ist die wachsende Besorgnis über die potenzielle Gefahr von Online-Spionage seitens des Pentagons. Vor allem aus China und Russland sollen zuletzt immer wieder solche Aktionen gestartet worden sein. In den vergangenen Monaten waren zahlreiche Sicherheitslücken aufgetreten, unter anderem wurden Dokumente zu dem 300 Mrd.-Dollar-schweren Joint Strike Fighter Project gestohlen.
Aus dem Büro des US-Verteidigungsministers hieß es vergangene Woche, dass die Cyber-Kriegsführung derzeit eine der größten Herausforderungen für das Militär sei. Angst besteht sowohl vor Terroristengruppen als auch der organisierten Kriminalität, Hackern und Industriespionage. "Hier handelt es sich nicht um eine zukünftige Bedrohung, die Online-Gefahr besteht hier und heute", warnte William Lynn, der stellvertretende US-Verteidigungsminister.
Abseits der Bildung eines eigenen Cyberkommandos zum Schutz vor Online-Bedrohungen ist man im US-Militär schon seit längerem in breitem Umfang im Web aktiv. So wurde im Informationskrieg mit den Taliban eine Web-2.0-Offensive gestartet und beispielsweise ein eigener Twitter-Kanal für US-Soldaten in Afghanistan errichtet worden. "Einer offenen und glaubwürdigen Informationspolitik wird auch bei der Bundeswehr ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt", so Klaus-Uwe Tautges, Sprecher Medien und Koordinator für die Zentrale Truppeninformation beim Bundesministerium der Verteidigung, gegenüber pressetext. Webdienste wie Twitter oder Facebook würden aber derzeit nicht für spezielle Kommunikationszwecke genutzt. (pte)
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