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Raubkopierer zerstören Spiele-Platform PC

02.05.2008 | 15:53 Uhr |

Das beste Spiel nützt nichts, wenn es den Spieleentwicklern nicht auch Einnahmen beschert, die das Spiel und kommende Projekte finanzieren. Die deutsche Spieleschmiede Crytek hatte zuletzt nach langer Entwicklungszeit Crysis für den PC veröffentlicht. Das Spiel erhielt hohe Wertungen von der Fachpresse, erfreute sich aber auch hoher Beliebtheit unter den Raubkopierern.

Crytek-Chef Cevat Yerli äußerte sich nun gegenüber einem kroatischen Spielemagazin über die Raubkopierer. Demnach würden die vielen Raubkopien von Crysis dem Spiel enorme Schäden zufügen. "PC-Spieler, die Raubkopien spielen, zerstören die Plattform", so Yerli.

Yerli verwies in dem Interview auch darauf, dass sich Spiele für die Konsolen um dem Faktor 4 oder 5 besser verkaufen würden. Der Grund dürfte auf der Hand liegen: Raubkopien treffen Spielekonsolen nicht so stark, wie die PC-Plattform, weil der Aufwand um einiges höher ist.

Aus diesem Grund überlegt Crytek auch, künftig seine Spiele nicht mehr exklusiv für den PC zu entwickeln, sondern auch für Spielekonsolen. Das gilt allerdings nur für künftige Spiele, denn die Umsetzung von Crysis für die Xbox 360 oder die Playstation 3 bezeichnete Yerli als "unmöglich", weil das Spiel grundlegend geändert werden müsste.

Der Trend ist schon seit längerer Zeit in der Branche zu beobachten. Viele neue Titel erscheinen oft zunächst exklusiv für Spielekonsolen und werden - wenn überhaupt - erst mit einiger Verzögerung für den PC veröffentlicht. Das gibt den Publishern und Spieleentwicklern genügend Zeit, Einnahmen zu generieren. Schließlich hat sich der Aufwand für die Entwicklung von Spielen in den letzten Jahren massiv erhöht.

Aktuelles Beispiel: Grand Theft Auto IV ist Ende April erfolgreich und mit hohen Verkäufen gestartet. Das Spiel muss aber auch ein finanzieller Erfolg werden, denn angeblich soll die Entwicklung des Spiels über 100 Millionen US-Dollar verschlungen haben und mehr als 1000 Menschen sollen bei der Entwicklung beteiligt gewesen sein.

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