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Cray stellt neue Supercomputer vor

17.11.2006 | 13:05 Uhr |

Supercomputer-Anbieter Cray Inc. hat auf der Konferenz "Supercomputing 2006" mit den "XT4"- und "XMT"-Systemen zwei neue Höchstleistungsrechner vorgestellt. Diese stellen einen weiteren Schritt in Richtung einer harmonisierten Superrechner-Plattform dar, die nicht nur dem hochspezialisierten Numbercrunching dienen soll.

Sowohl der XT4-Supercomputer (ehedem unter dem Codenamen "Hood" bekannt) als auch die XMT-Maschine ("Eldorado", ein Massiv-Multithread-System) sind Teil von Crays "Rainier"-Programm. Kern dieser vor zwei Jahren erstmals verkündeten Strategie ist, eine Supercomputer-Infrastruktur zu entwickeln, in der einerseits unterschiedliche Prozessortypen in einem Shared-Memory-System vereint werden können. Andererseits soll diese konvergierte Architektur via Software die "Intelligenz" besitzen, unterschiedlichste und nicht nur Supercomputer-"typische" Aufgaben zu erledigen. Damit könnte ein Supercomputer-Anwender sein System für verschiedenste Arbeiten nutzen, was die Cray-Systeme auch vom wirtschaftlichen Aspekt her interessant machen dürfte. Diese Plattform ist mit den jetzt angekündigten Systemen noch nicht verwirklicht, sondern soll mit künftigen "Cascade"-Modellen realisiert werden. 80 Prozent der Vereinheitlichung der Supercomputer-Plattform ist nach den Worten von Crays Cheftechnologen Steve Scott bereits erreicht.

Das Rainier-Programm bedeutet Scott zufolge ferner, dass Cray sich die "Seastar"-Verbindungstechnik zueigen macht, um sie mit Rechnerknoten und I/O-Blades zu mixen, die mit von AMD stammenden "Opteron"-Prozessoren bestückt werden. Die Seastar-Verbindungstechnik hatte Cray ursprünglich für sein Massiv-Parallel-Supercomputerprojekt "Red Star" entwickelt. Ziel der Rainier-Strategie soll ein Cluster-System auf Basis eines Shared-Global-File-Systems sein, das mit einem einzigen Set an Administrationswerkzeugen ausgestattet ist und das einen Single-Point-Login besitzt.

Der XT4-Supercomputer ist Crays neues MPP-System (MPP = Massively Parallel System). In ihm rechnen Dual-Core-Opteron-CPUs. Der Superrechner ist für Rechenleistungen von über einem Petaflop ausgelegt (1 Petaflop = 1.000.000.000.000.000 Floating Point Berechnungen/Sekunde). Maximal können bis zu 27.500 Dual-Core-Opteron-CPUs eingesetzt werden. Die XT4-Maschine nutzt das gleiche 3D-Torus-Verbindungsmodell wie der "XT3"-Vorgänger. Auch sie kann somit aufgabenteilig in Numbercruncher- und Applikations- oder I/O-Module aufgeteilt werden. Nach den bislang vorliegenden Informationen lassen sich die "X1E"-Vektorprozessoren in den Rainier-Maschinen noch nicht verwenden. Auf jedem Rechenknoten läuft eine abgespeckte Linux-Instanz.

Beim XMT-Supercomputer handelt es sich um Crays Massiv-Multithreaded-Processing-Plattform. Mit diesem Rechner lassen sich simultan über eine Million Threads bewältigen. Das System ist wesentlich skalierbarer als sein "MTA-2"Vorgänger.

Erste Order für große XT4-Systeme liegen Cray bereits von Oak Ridge National Laboratory, dem National Energy Research Scientific Computing Center und von CSC Finnland vor. Zu den Preisen wollte sich Cray nicht detailliert äußern. Grundmodelle dürften rund eine Million Dollar teuer sein. Nicht ungewöhnlich für solch einen Maschinentyp sind allerdings Kosten, die sich auf mehrere Zehnmillionen Dollar belaufen. (Jan-Bernd Meyer/hal)

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