26564

Cracker unter Druck

14.06.2000 | 17:15 Uhr |

Eine Software-Firma, deren Programm geknackt wurde, wehrt sich. Wer eine gecrackte Version des Programms benutzt, sieht sich bei der Einwahl ins Internet plötzlich in großen Lettern mit dem Vorwurf "Lizenzverstoß" konfrontiert. Die Firma fordert ihn zur Registrierung auf, droht mit einer Anzeige und damit, die Kosten für diese Aktion in Rechnung zu stellen. Um dem Nachdruck zu verleihen, wird gleich noch die IP-Adresse des Benutzers ausgegeben. Der Erfolg dieser Einschüchterungstaktik bringt andere Cracker-Opfer auf den Geschmack.

Eine Software-Firma, deren Programm geknackt wurde, wehrt sich. Wer eine gecrackte Version von Boss-Alarm benutzt, sieht sich bei der Einwahl ins Internet plötzlich in großen Lettern mit dem Vorwurf "Lizenzverstoß" konfrontiert. Der Hersteller it-Brainwaves fordert ihn zur Registrierung auf, droht mit einer Anzeige und damit, die Kosten für diese Aktion in Rechnung zu stellen. Um dem Nachdruck zu verleihen, wird gleich noch die IP-Adresse des Benutzers ausgegeben.

"Die Anzahl der illegalen Nutzer unseres Programms ist dadurch ernorm zurückgegangen", bestätigte Heinrich Heintzmann, Geschäftsführer der IT-Brainwaves auf Anfrage der PC-WELT. "Wir können jedem Softwarehersteller dieses Vorgehen nur empfehlen." Nach Aussagen Heintzmanns haben bereits andere Software-Hersteller Interesse an dieser Methode gezeigt.

Boss-Alarm ist ein Programm, das das heimliche Browsen am Arbeitsplatz erleichtert. Dazu ersetzt es beim Druck auf einen Alarmbutton die geöffneten Browserfenster blitzschnell durch vier Browser-Fenster mit wählbaren Web-Seiten, die es bereits zuvor geladen hat. Auf Wunsch verwischt Boss-Alarm auch die in der Browser-History oder dem Cache gespeicherten Surf-Spuren.

Bei jedem Einwählen ins Internet fragt Boss-Alarm auf dem Server des Herstellers an, ob die eingegebene Registrierungsnummer korrekt und bekannt ist. Bei gecrackten Programmen ist dies nicht der Fall, woraufhin Boss-Alarm automatisch die Mahnsite aufruft. In den Nutzungsbedingungen des Programms wird auf dieses Verfahren hingewiesen.

Für Programme, die wie Boss-Alarm "nach Hause telefonieren", könnte das ein Weg sein, die Verbreitung von gecrackten Programmen einzuschränken. Zwar ist es auch hier mit ein wenig Aufwand möglich, dieses Verfahren zu umgehen, aber vielen Surfern werden dazu Know-How und kriminelle Energie fehlen. (PC-WELT, 14.06.2000, meh)

Shareware-Tipp: Browser-Spuren tilgen (PC-WELT Online, 08.03.2000)

Download-Info zu Boss-Alarm

0 Kommentare zu diesem Artikel
26564