Corel kauft WinDVD-Hersteller

Dienstag den 29.08.2006 um 10:18 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Das Corel-Imperium wächst und wächst. Nachdem die Softwareschmiede erst vor kurzem Winzip übernommen hat, will Corel jetzt den Bereich DVD erobern und übernimmt dafür Intervideo, den Hersteller von WinDVD.
Corel stand ursprünglich für Grafiksoftware, das bekannteste Produkt des Unternehmens hieß Corel Draw.

Lange Zeit war diese Grafiksuite (die unter anderem ein Vektorgrafikprogramm und eine Bildbearbeitung enthält) der Klassiker unter den Grafikanwendungen. Mittlerweile bietet das Unternehmen auch andere spezialisierte Grafikprodukte an, beispielsweise Painter, eine Mal-Software.

Doch inzwischen gleicht Corel mehr einem Gemischtwarenladen. Neben dem Wordperfect Office (einst ein ernst zu nehmender Konkurrent zu Microsoft Office, mittlerweile aber nahezu bedeutungslos, weil der Marktanteil dieser Bürosuite zwischen MS Office und Openoffice.org regelrecht zerrieben wurde) gehört seit Mai 2006 auch das Packprogramm Winzip von Winzip Computing zu Corel. Auch Jasc Software ("Paint Shop Pro") wurde vor einiger Zeit von Corel geschluckt. An Ulead (Video-, DVD- und Bildsoftware) hält Corel ebenfalls Anteile.

Um die Jahrtausendwende versuchte Corel mit einer eigenen Linux-Distribution auf dem Linux-Sektor Fuß zu fassen. Dieses Vorhaben war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, Corels Linux ging in Xandros auf.

Zwischendurch wurde Corel mal eben selbst übernommen und zwar von einer Investmentfirma, die Corel mittlerweile wieder an die Börse gebracht hat.

Nun schluckt Corel also Intervideo . Zu dessen bekanntesten Produkten gehören WinDVD und DVD Copy.

Corel zahlt 196 Millionen US-Dollar für den Multimedia-Spezialisten. Der Software-Gigant mit Sitz im kanadischen Ontario will sich damit ganz offensichtlich stärker als Multimedia-Schmiede positionieren.

Dienstag den 29.08.2006 um 10:18 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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