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Intel belebt Turboboost und Hyperthreading wieder

20.11.2008 | 12:28 Uhr |

Mit der neuen Prozessorgeneration Core i7 hat der Halbleiterhersteller Intel zwei altbekannte Technologien wieder in die PCs zurückgebracht.

Mithilfe der integrierten Tuboboost-Technologie stellt die CPU bei Bedarf mehr Leistung zur Verfügung. Dies funktioniert jedoch automatisch, sodass nicht - wie aus Computer-Urzeiten bekannt - der Turbo-Knopf gedrückt werden muss. Mit Hyperthreading (HT) wird zudem eine Technik wiederbelebt, die bereits im "Pentium 4" zum Einsatz gekommen ist. "Durch HT wird der Vierkern-Prozessor vom System als Achtkern-Prozessor erkannt", erläutert Thomas Kaminski, Techniksprecher bei Intel . Die Systemressourcen werden somit besser genutzt. In den ersten Benchmarks konnte die CPU die Tester überzeugen . In leistungsrelevanten Bereichen setzt i7 neue Bestmarken und Intel kann sich wieder rühmen, den aktuell weltweit schnellsten Prozessor gebaut zu haben.

Der Core i7 , der bislang unter dem Codenamen Nehalem geführt wurde, wird momentan in drei Modellen angeboten. Neben der Extreme Edition i7-965 sind noch die Versionen i7-940 und i7-920 erhältlich. Nach der Verkleinerung der Strukturgröße, die mit dem Penryn-Chip im vergangenen Jahr umgesetzt wurde, bringt Intel mit dem i7 nun eine neue Microarchitektur. "Die neuen Chips liefern bis zu 40 Prozent mehr Performance als ihre Vorgänger, nehmen dabei jedoch die gleiche Energie auf", so Intel-Sprecher Martin Strobel. Die Prozessoren verfügen jeweils über einen acht Megabyte großen Level-3-Cache und unterstützen DDR3-RAM mit einer Geschwindigkeit von 1.066 Megahertz. Die i7-Extreme-Version ist mit 3,2 Gigahertz von den drei verfügbaren Modellen am schnellsten getaktet.

"Turboboost richtet sich vor allem an Anwendungen, die nur einen einzelnen Prozessorkern nutzen können. Um die Arbeit dennoch zu beschleunigen, wird der Kern automatisch übertaktet", erläutert Strobel. Dies erfolgt je nach Bedarf in zwei Schritten. Der Stromverbrauch bleibt dabei jedoch stabil. Hyperthreading hingegen erlaubt die Parallelverarbeitung von mehreren Threads, was die Arbeitsgeschwindigkeit von Applikationen ebenfalls erhöht. Mit dem i7 hat Intel zudem den Front Side Bus (FSB) abgeschafft, der bislang als Verbindung von Prozessor zum Hauptspeicher gedient hat. "Quick Path" nennt das Halbleiterunternehmen die neue Technik, mit der Datenfluss zwischen den beiden Komponenten signifikant erhöht wird.

"Eines der Hauptziele bei der Entwicklung der i7-Prozessoren war, dass nicht nur Multicore-Applikationen beschleunigt werden, sondern auch Programme profitieren, die lediglich einen Kern nutzen", erläutert Strobel. Daneben legten die Techniker Wert auf ein energiesparendes Design. Zudem sollte ein Prozessor sowohl in mobilen Endgeräten, Desktop-Rechnern als auch in Servern eingesetzt werden können. Vorerst sind jedoch nur die Desktop-CPUs verfügbar, die weiteren Modelle sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Preislich bewegen sich die Prozessoren noch im Enthusiasten-Segment. Zwar ist der i7 mit 2,66 Gigahertz Taktung für 284 Dollar zu haben, für das Extreme-Modell sind jedoch 999 Dollar zu entrichten - eine Abnahme von 1.000 Stück wird für diese Preise vorausgesetzt. (pte/jp)

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