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Höhepunkt der Neuinfektionen überschritten?

26.01.2009 | 16:44 Uhr |

Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Conficker-Wurm scheint langsam zurück zu gehen. Die höchsten Zahlen verseuchter Rechner sind bislang in China, Russland und Brasilien festzustellen.

Der finnische Antivirushersteller F-Secure hat in den letzten zwei Wochen mehrfach dramatische Zahlen über den Verlauf der Ausbreitung des Conficker-Wurms veröffentlicht. Inzwischen sind die Finnen zu der Ansicht gelangt, der Höhepunkt der Ausbreitungswelle sei überschritten. Am 23. Januar hat F-Secure etwas über eine Million IP-Adressen gezählt, hinter denen infizierte Rechner stecken. Wie viele Rechner hinter jeder IP-Adresse stecken, ist allerdings bestenfalls schätzbar.

Statt weiter über die tatsächliche Zahl der mit dem Conficker-Wurm infizierten Rechner zu spekulieren, wollen wir uns einmal die weltweite Verteilung ansehen. Hier fällt auf, dass die fünf Länder mit der höchsten Infektionsrate zusammen mehr als die Hälfte der Infektionen ausmachen. China, Russland und Brasilien liegen mit großem Vorsprung vorn, dahinter folgen Indien und die Ukraine, die nur halb so viele Infektionen aufweisen. Erst mit großem Abstand folgt eine Vierergruppe aus Südkorea, Italien, Rumänien und Argentinien.

Die USA, Deutschland und einige andere EU-Länder wie Frankreich und Großbritannien sind vergleichsweise wenig betroffen und liegen im Mittelfeld. Insgesamt hat Conficker Südamerika schwer erwischt, das einen Anteil von mehr als 20 Prozent erreicht. Nordamerika ist hingegen kaum betroffen: die USA kommen auf nicht einmal 1,2 Prozent, Mexiko auf ein Prozent und Kanada taucht in der Liste gar nicht erst auf. In Europa sind nur Italien und Rumänien stark betroffen.

Die Aufräumarbeiten nach der anhaltenden Wurmflut dürften in den vorgenannten Ländern noch schwierig werden. Wer seine Rechner nicht ausreichend geschützt hat, muss vor allem in größeren Netzwerken sehr sorgfältig und streng systematisch vorgehen, damit nicht ständig gesäuberte Rechner wieder infiziert werden. Hier sind es vor allen USB-Sticks und externe Festplatten, die noch lange Zeit für immer wieder aufflackernde Infektionsherde sorgen können.

Einige Antivirushersteller haben spezielle Programme zum Entfernen des Conficker-Wurms kostenlos bereit gestellt. Bei F-Secure heißt das Programm " F-Downadup ", Kaspersky nennt den Wurm "Kido" und bietet einen " KidoKiller " an. Auch bei Symantec gibt es einen Gratis-Remover, er heißt " FixDownadup ". Schließlich hat auch die aktuelle Version von Microsofts " Windows-Tool zum Entfernen schädlicher Software " den Conficker-Wurm auf dem Zettel.

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