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Googles Probleme mit bezahlter Werbung

28.03.2008 | 12:02 Uhr |

Im vergangenen Monat löste ein Comscore-Report zu Klickraten auf bezahlte Links bei Google in der Branche ein mittelschweres Beben aus. Demnach gingen im Januar im Vergleich zum Vormonat die Klicks bei Googles Brot-und-Butter-Geschäft um 7 Prozent zurück. Die nun vorgelegten Daten für Februar sind nicht unbedingt beruhigend.

Es mehren sich die Zeichen, dass Google ein Problem bekommen könnte. Denn zum zweiten Mal in Folge haben die Analysten von Comscore bei den Klicks auf bezahlte Links bei Google kein reales Wachstum feststellen können. Dies meldet der IDG News Service. Nahezu der komplette Umsatz von Google basiert auf klassischer Paid-per-Click-Werbung (PPC). In diesem Bereich meldet Comscore für Februar im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 3,1 Prozent. Zieht man allerdings den Extra-Tag des diesjährigen Februars ab, tendiert das Wachstum gegen null.

Für Januar meldete Comscore einen Rückgang von 0,3 Prozent zum Vorjahr. Gepaart mit den Februar-Ergebnissen deutet dies durchaus auf eine mögliche Sättigung des Marktes im Bereich PPC hin - zumindest bei Google. Die Citigroup hat für das erste Quartal im Bereich PPC ein Wachstum von 20 Prozent zum Vorjahr prognostiziert. Entsprechend kommentieren die Analysten Mark Mahaney and James Samford die Comscore-Daten: "Sollten die Comscore-Zahlen korrekt sein und das erste Quartal so weitergehen und zudem nicht nur für Google USA sondern global repräsentativ sein, würde dies Risiken für die Umsatzschätzungen des ersten Quartals implizieren."

Obwohl Google seit Jahren versucht, auch in anderen Bereichen der (Online)Werbung Fuß zu fassen, beispielsweise Banner-Anzeigen, Offline-Anzeigen in Magazinen, Radio- und TV-Spots, basiert nahezu das komplette Geschäftsmodell des Konzerns einzig und allein auf die Einblendung von Werbung in den Suchergebnissen bei sich und seinen Partnerseiten. Im Bereich Display-Advertising, also Banner-Werbung, sollen sich auf Grund der Übernahme von Doubleclick ab diesem Jahr erste Ergebnisse zeigen. Der Vergleich mit der Konkurrenz zeigt dabei, dass das Unternehmen in diesem Bereich noch deutlichen Nachholbedarf hat. So lag im Bereich Display-Ads (USA) im November 2007 Yahoo mit 19 Prozent Marktanteil an der Spitze, gefolgt von Fox Interactive mit 16,3 Prozent und Microsoft mit 6,7 Prozent. Google landete mit einem Prozent auf Rang sieben.

Bereits im Januar, als Comscore im Vergleich zu Dezember einen Rückgang im Bereich PPC um 7 Prozent festgestellt hat, wurde die Branche hellhörig. Google versuchte allerdings der Nachricht einen positiven Dreh zu geben. Das Unternehmen teilte mit, dass der Rückgang bei den Klicks damit zusammen hänge, dass man die Auslieferungs-Qualität der Werbung verbessert habe. Da diese nun präziser sei, müssten Anwender nicht mehr auf so viele Anzeigen klicken.

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