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Computerspiele: Jugendschutz soll deutlich verschärft werden

13.02.2007 | 13:38 Uhr |

Größere Alterskennzeichen auf Spieleverpackungen, verschärfte Regeln für Gewaltspiele und strengere Verkaufskontrollen. Das sind einige der Punkte, die die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und der Familienminster in Nordrhein Westfalen, Armin Laschet, am Dienstag als Sofortprogramm verkündet haben. Dieses Sofortprogramm soll den Jugendschutz verschärfen.

Die Bundesfamilienminsterin Ursula von der Leyen und Armin Laschet, der Familienminister in Nordrhein-Westfalen, haben heute per Pressemitteilung ein Sofortprogramm vorgestellt, das „zum wirksamen Schutz von Kindern und Jugendlichen vor extrem gewalthaltigen Computerspielen“ sorgen soll. Von der Leyen ist in ihrer Funktion für den Jugendschutz zuständig und Laschet federführend für die Länder für die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

„Zurzeit werden im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und der Länder die gesamten Jugendschutzvorschriften vom Hans-Bredow-Institut in Hamburg evaluiert. Für den Bereich der Computerspiele wird es erste Ergebnisse bereits im Juni geben. Doch bis dahin wollen Laschet und von der Leyen nicht warten.“, heißt es in der Mitteilung. Man wisse bereits jetzt, dass für den besseren Jugendschutz Gesetzesänderungen notwendig seien und habe deshalb ein Sofortprogramm beschlossen.

Das Sofortprogramm deutet bereits jetzt an, dass bis Jahresende deutlich schärfere Gesetze folgen dürften, die Computer- und Videospiele betreffen.

Derzeit bleiben aber noch einige Punkte unklar oder sind – gelinde gesagt – äußerst schwammig formuliert. So ist in dem Sofortprogramm nicht nur von "Gewalt verherrlichenden" Spielen, sondern neuerdings auch von "Gewalt beherrschten" Spielen die Rede, für die künftig ebenfalls strengere Regeln gelten sollen.

Außerdem sollen künftig auch Spiele indiziert werden, bei denen die virtuelle Gewaltanwendung mit dem Erreichen eines neuen Levels oder dem „Leben sammeln“ belohnt wird. Einer Spielmechanik, von der so ziemlich jedes (Online-)Rollenspiel lebt. Selbst Zelda erhält seit Urzeiten nach dem Erschlagen von Schergen Herzen für frisches Leben.

Das Sofortprogramm sieht auch strengere Regeln für Händler vor. Durch Testkäufe sollen die schwarzen Schafe ermittelt werden, die von der Alterskennzeichnung her unerlaubt Spiele an Jugendliche verkaufen. Die Alterkennzeichnung auf den Spieleverpackungen wird als zu klein erachtet und soll künftig größer erscheinen. Die Kassen in den Geschäften müssen so umgebaut werden, dass sie dem Verkäufer ein akustisches oder optisches Signal geben, sobald ein jugendgefährdendes Spiel auf der Theke landet.

Das Sofortprogramm besteht aus vier Punkten, die wir Ihnen auf der folgenden Seite ungekürzt und unkommentiert wiedergeben.

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