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Computerspiel spioniert Spieler aus

26.04.2001 | 11:27 Uhr |

Blizzard, Entwickler des beliebten Spiels Diablo II sorgt derzeit für eine Aufruhr unter seinen Fans. Mittels des Battlenet kann das Spiel auch im Internet gespielt werden. Wer sich aber jetzt einloggt, erlebt sein blaues Wunder: Beim Einloggen wird automatisch ein Patch aufgespielt, der das Spiel auf die Version 1.06 aktualisiert. Dieses Update hat aber seine Tücken: Nach dem Aufspielen und dem Einloggen in das Battlenet, wird der Spieler gründlich ausspioniert.

Blizzard, Entwickler des beliebten Spiels Diablo II sorgt derzeit für eine Aufruhr unter seinen Fans. Mittels des Battlenet kann das Spiel auch im Internet gespielt werden. Wer sich aber jetzt einloggt, erlebt sein blaues Wunder: Beim Einloggen wird automatisch ein Patch aufgespielt, der das Spiel auf die Version 1.06 aktualisiert. Dieses Update hat aber seine Tücken: Nach dem Aufspielen und dem Einloggen in das Battlenet, wird der Spieler gründlich ausspioniert.

Dabei werden unter anderem Daten über die im Rechner befindliche Hardware ausgelesen und an Blizzard übermittelt. Auch Informationen über das Betriebssystem, die Identifikationsnummer der Festplatte, des Hauptprozessors sowie die IP-Adresse werden in einem Datenpaket an den Spielehersteller übermittelt, ohne das der Spieler darüber informiert wird oder eine Möglichkeit hätte dies zu unterbinden.

Blizzard nimmt sich dieses Recht heraus, nachdem die Firma die Benutzungsregeln für das Battlenet geändert hat. Das die Benutzungsregeln geändert wurden, erfährt der Diablo-II-Fan jedoch nur durch einen kleinen Hinweis unter den aufgelisteten neuen Features des Patches, wobei die Änderungen der Benutzungsregeln sogar als Verbesserung bezeichnet werden.

"Es gehört zur Politik von Blizzard, bei strafrechtlichen Nachforschungen mit den entsprechenden Institutionen im vollen Umfang zu kooperieren, IP-Adressen und damit verbundene persönliche Informationen zu verfolgen, sowie alle zur Verfügung stehenden Benutzer-Informationen bereitzustellen", heißt es in den neuen Benutzerregeln von Blizzard für das Battlenet. Dabei behält sich Blizzard auch das Recht vor, den vom Spieler genutzten CD-Key, der für das Spielen im Internet notwendig ist, jederzeit zu sperren. Danach ist ein Spielen über das Internet nicht mehr möglich.

Wie unser Schwestermagazin Gamestar meldet, werden auch die vom Spieler zuletzt besuchten Web-Seiten übertragen, so dass Blizzard ein nahezu vollständiges Nutzerprofil seiner Spieler erstellen könnte.

Die Gamestar rät allen Fans des Spiels derzeit ab, über das Battlenet zu spielen. (PC-WELT, 26.04.2001, pk)

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