233117

Computerspiel mit Gedanken steuern

02.01.2002 | 14:12 Uhr |

Göttinger Mediziner haben ein Computerspiel für hyperaktive Kinder entwickelt, das statt mit dem Joystick allein durch die Kraft der Gedanken gesteuert wird. Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom sollen dabei über Elektroden am Kopf die Zeichentrick-Maus aus der "Sendung mit der Maus" beim Stabhochsprung unterstützen.

Göttinger Mediziner haben ein Computerspiel für hyperaktive Kinder entwickelt, das statt mit dem Joystick allein durch die Kraft der Gedanken gesteuert wird. Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) sollen dabei über Elektroden am Kopf die Zeichentrick-Maus aus der "Sendung mit der Maus" beim Stabhochsprung unterstützen. Das Spiel trägt den eigenwilligen Namen "Göttinger Feedback" (Göfi).

Durch dieses so genannte Neurofeedback lernen die 8- bis 13-jährigen Kinder, ihre Gehirnströme bewusst zu verändern und sich auf diese Weise besser zu konzentrieren. Das berichtet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift "National Geographic Deutschland" in ihrer Januarausgabe (S. 11).

Über die mit dem PC verbundenen Elektroden wird die Aktivität in bestimmten Gehirnzonen gemessen. Stellt sich nun ein Kind die Aufgabe in diesem Spiel vor, steigt in diesen Zonen die Gehirnaktivität messbar an. Ist die Konzentration stark genug, gelingt es der Maus, über ein Hindernis zu springen.

Ein roter Balken signalisiert dabei, ob die Konzentration hoch genug ist, ein blauer Balken hingegen zeigt dem Kind, dass seine Konzentration nachlässt. Diese Art der Therapie sei für viele junge Patienten eine willkommene Ergänzung zur traditionellen Behandlung mit Psychopharmaka, schreibt die Zeitschrift.

Über die Entstehung von ADHS gibt es bislang keine endgültige Klarheit. Die Schätzungen über die Zahl der Betroffenen schwanken stark. Sie liegen zwischen zwei und drei Prozent aller Kinder.

0 Kommentare zu diesem Artikel
233117