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Computerkriminalität: Tatwaffe MP3-Player

Experten für Computerkriminalität warnen vor digitalen Musik-Playern wie Ipod und Co., die sich leicht für kriminelle Aktivitäten missbrauchen lassen. Im Gegensatz zu Angriffen vom PDA oder Notebook aus werden illegale Dateien auf den Mini-Speichern oft übersehen. Darüber hinaus lassen sich von den unscheinbaren Playern auch Programme und damit Hacker-Angriffe starten.

Mit einem frisch gebrannten Stapel CDs oder DVDs unter dem Arm wohl niemand unbehelligt am Sicherheitsdienst einer Firma vorbei. Mit dem Ipod oder einem anderen Musikplayer in der Hosentasche dagegen schon, obwohl solche Geräte heute nicht nur riesige Datenmengen transportieren können, sondern sich sogar als Angriffsplattform für Hacker missbrauchen lassen.

„Ein digitaler Player ist nicht nur eine nette Maschine zum Wiedergeben von Musik, sondern ein potentielles Werkzeug für Straftaten”, warnt Marcus Rogers vom Center for Education and Research in Information and Security (CERIAS) der US-amerikanischen Purdue Universität in West Lafayette (Indianapolis). Tatsächlich wurden Digital-Player aufgrund ihrer Speicherfähigkeit unter anderem bereits von Kinderpornographie-Ringen genutzt, und eine Autoknackerbande in England hat Informationen über die gestohlenen Fahrzeuge auf Ipods ausgetauscht.

Bis zu 60 Gigabyte an Daten (also Zehntausende von Bildern oder Songs) verkraften die tragbaren Abspielgeräte heute und stellen damit viele Notebooks und so manchen nicht mehr ganz taufrischen PC in Sachen Speicherkapazität in den Schatten. Platz genug jedenfalls für die persönlichen Angaben Zehntausender von Angestellten oder Kunden einer Firma oder für umfangreiche Pläne, Konstruktionsunterlagen oder sonstigen interne Informationen. Tatsächlich wurden bereits Apple-Mitarbeiter erwischt, die Firmen-Geheimnisse auf ihren Ipods nach draußen geschmuggelt haben .

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