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Computerhändler soll Microsoft betrogen haben - Prozessauftakt

Weil er Microsoft mit Urheberrechtsverletzungen um mehrere Millionen Euro betrogen haben soll, muss sich ein Computerhändler seit Dienstag vor dem Gießener Landgericht verantworten.

Weil er den weltgrößten Softwarekonzern Microsoft mit Urheberrechtsverletzungen um mehrere Millionen Euro betrogen haben soll, muss sich ein Computerhändler seit Dienstag vor dem Gießener Landgericht verantworten.

Der 38-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft von 1999 bis 2002 verbilligte Schulversionen für Schüler und Studenten in großem Stil eingekauft und als teure Vollversionen weiterverkauft. Außerdem soll er Pakete mit mehreren Computerprogrammen aufgeschnürt und als Einzelprogramme vertrieben haben. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt.

Der Geschäftsführer und Hauptgesellschafter einer Computerfirma im mittelhessischen Lich hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Neben dem 38-Jährigen stehen zwei weitere Angeklagte vor Gericht, die Schwesterunternehmen geführt haben.

Die Vorwürfe haben weitere Prozesse nach sich gezogen: Damit der Haftbefehl gegen ihn außer Vollzug gesetzt wurde, musste der Computerhändler 2,5 Millionen Euro hinterlegen. Sein Rechtsanwalt überwies das Geld von seinem eigenen Konto an die Gerichtskasse. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich der Jurist damit der Geldwäsche sowie der Beihilfe zur Vollstreckungsvereitelung schuldig gemacht, weil den Gläubigern mit der Transaktion der Zugriff auf die Summe vereitelt wurde. Der Strafprozess gegen den Anwalt soll vor dem Frankfurter Landgericht stattfinden. In einem Zivilprozess hat Microsoft außerdem den Rechtsanwalt und die Kanzlei, in der er tätig ist, auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagt.

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