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Computerexperte: Fremde Programme gefährden Firmenrechner

12.07.2001 | 13:26 Uhr |

Mitarbeiter, die unerlaubt Programme auf den Firmenrechner laden, bringen nach Expertenmeinung ihren Betrieb in Gefahr. "Firmen, die den Schutz ihrer Daten ernst nehmen, kündigen in solchen Fällen ihren Mitarbeitern". Dies meinte Stephan Wolthusen, Computer-Experte am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD).

Mitarbeiter, die unerlaubt Programme auf den Firmenrechner laden, bringen nach Expertenmeinung ihren Betrieb in Gefahr. "Firmen, die den Schutz ihrer Daten ernst nehmen, kündigen in solchen Fällen ihren Mitarbeitern". Dies meinte Stephan Wolthusen, Computer-Experte am Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) am Donnerstag bei einer Tagung über Sicherheit von Betriebssystemen in Darmstadt. Jede fremde Software könne prinzipiell einen Angriff auf das Computersystem bedeuten.

Der überwiegende Teil der Unternehmen in Deutschland habe die Sicherheitsprobleme ihrer Netzwerke noch immer nicht erkannt. "In vielen Fällen gibt es nicht einmal eine klare Beschreibung, welche Aufgaben mit dem Computer erledigt werden sollen, geschweige denn eine Risikoanalyse", fährt Wolthusen fort. Ohne solche Vorgaben lasse sich jedoch kein klares Sicherheitskonzept erarbeiten. "Die meisten Firmen fühlen sich durch die Firewall und den Virenscanner ausreichend geschützt und werden erst aktiv, wenn der Schaden bereits eingetreten ist."

Hacker könnten noch immer in viele Firmenrechner problemlos über die Mailbox eindringen. Außerdem seien die Betriebssysteme überladen. "Die meisten Programme werden nie gebraucht und bergen vielfältige Fehlerquellen", so der Experte. Hier sei eine radikale Entschlackungskur notwendig.

Höhere Sicherheitsvorkehrungen beeinträchtigten jedoch die Bedienungsfreundlichkeit, führte Wolthusen aus. Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen müsse deshalb mit der Belegschaft abgesprochen werden. "In einigen Betrieben gibt es ein Gegeneinander des Programm-Administrators und der Anwender, die seine Anweisungen zu umgehen versuchen." Damit werde jedes Konzept in Frage gestellt.

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