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Computer-Programm reduziert Alkoholkonsum

23.07.2006 | 14:17 Uhr |

Forscher haben ein Computer-Programm entwickelt, welches starken Trinkern bei der Verringerung der konsumierten Alkoholmenge helfen könnte. Diese Programme sollen schon bald über das Internet für jeden verfügbar sein.

Wissenschaftler der Universität von Wales fanden heraus, dass Probanten ihren exzessiven Alkoholkonsum nach der Teilnahme am „Alcohol Attention-Control Training Programm“ schon nach drei Monaten reduzieren konnten. Sie hatten weiterhin weniger Interesse an Alkohol und deutlich mehr Kontrolle über ihren Konsum.

Computerprogramme werden bereits in unterschiedlichen Institutionen für verschiedenste Gesundheitsaspekte eingesetzt. Darunter zum Beispiel die Ausbildung von Patienten für notwendige Geräte oder die Aufzeichnung von kognitiven Fähigkeiten von Demenzpatienten.

Das oben genannte Programm konnte im Verlauf einer Studie den Patienten dabei helfen, den Alkoholreizen weniger Beachtung zu schenken. In einem Bereich der Studie wurden den Probaten ein alkoholischer und ein alkoholfreier Drink gezeigt, jeder von einer anderen Farbe gerahmt. Die Teilnehmer mussten daraufhin die Farbe des alkoholfreien Getränks so schnell wie möglich identifizieren. Starke Trinker hatten mit dieser Aufgabe deutlich mehr Probleme, doch konnten sie sich über den Zeitraum des Tests erheblich verbessern und so den Alkoholreizen weniger Beachtung schenken.

Die Forscher konnten weiterhin nachweisen, dass durch die Abnahme der Reizfähigkeit innerhalb der Experimente auch der tatsächliche Alkoholkonsum der Teilnehmer nachließ. Nun plant man, das Programm für jedermann zur Verfügung zu stellen. Somit könnten sich Menschen leichter vor den in Werbungen ausgenutzten Reizmustern schützen. Hier würden die Stimuli bewusst eingesetzt, um für Alkohol empfängliche Menschen zum Konsum zu bewegen.

An der Studie nahmen 220 Alkoholiker teil. Vor allem die besonders starken Trinker unter ihnen konnten eine dauerhafte Besserung feststellen. Gänzlich vor Alkoholmissbrauch schützen kann das Programm laut Aussagen der Wissenschaftler jedoch nicht. Dazu wären neue Lebensgewohnheiten und Hobbys notwendig, um die entstandenen Lücken im Leben zu schließen.

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