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Millioneninvestition für Ausbau des Leibniz-Rechenzentrums

12.07.2009 | 14:47 Uhr |

Im Leibniz-Rechenzentrum der bayrischen Akademie der Wissenschaften in Garching bei München werden die Kapazitäten weiter gestärkt. Nachdem kürzlich die Technische Universität München und das Land Bayern bereits Fördermittel für Projekte des Munich Center for Advanced Computing (MAC) zur Verfügung gestellt haben, wird nun auch das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) erweitert.

Dessen Hochleistungsrechner wird für die im Rahmen der laufenden Projekte des MAC notwendigen Computersimulationen verwendet. 2011 soll dort mit dem Bau eines der stärksten Supercomputer weltweit begonnen werden. Hierfür muss der erst 2006 eröffnete Neubau des LRZ zunächst erweitert werden. Baubeginn ist noch dieses Jahr. Der neue Supercomputer im Leibniz-Rechenzentrum soll das deutsche Gauss Centre for Supercomputing, einen Verbund aus den Rechenzentren in Garching, Jülich und Stuttgart, und seine Stellung als europäisches Zentrum für Hochleistungsrechner sichern. Um die geplante Aufstellung des SuperMUC, so der Name des neuen Supercomputers, nicht zu gefährden, muss der Ausbau des Rechenzentrums bis 2011 abgeschlossen werden. Die Gebäudeerweiterung soll mit 49,2 Mio. Euro zu Buche schlagen, der Bau des Supercomputers mit rund 132 Mio. Euro.

"Im SuperMUC werden rund 100.000 Prozessoren arbeiten, die mindestens fünf Brd. Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können. Damit wird die Neuanschaffung bis zu hundert Mal schneller sein als der bisher verwendete Rechner", so Andreas Battenberg von der Technischen Universität München gegenüber pressetext. Bisher kam ein SGI-Altix-4700-Rechner mit rund 10.000 Prozessorkernen zum Einsatz. Dieser errang im internationalen Ranking der Supercomputer dieses Jahr mit 62 Teraflops Platz 66. Der im Moment leistungsfähigste Computer weltweit, der sogenannte Roadrunner, steht in den Vereinigten Staaten und erreicht bis zu 1.450 Teraflops. Der bisher stärkste deutsche Hochleistungsrechner, der Jugene im Forschungszentrum Jülich, reiht sich mit rund 1.000 Teraflops auf Platz drei ein. "Mit dem neuen SuperMUC möchten wir in die Top 20, vielleicht auch in die Top 10 kommen", so Battenberg.

Verwendung finden Supercomputer in der Forschung, wo die numerische Simulation auf Höchstleistungsrechnern als zentrales Werkzeug in den Natur-, Lebens-, und Ingenieurswissenschaften gilt. "Der SuperMUC soll vor allem für Aerodynamik, Astrophysik, Bioinformatik und Geophysik verwendet werden", sagt Battenberg. Der momentan genutzte Altix-Rechner werde auch nach Inbetriebnahme des SuperMUC weiter verwendet werden, so Battenberg. (pte)

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