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Künstliche Dummheit

27.02.2008 | 19:47 Uhr |

Sie sind unfähig, eine Brücke zu überqueren, rennen vor unser Visier, verhalten sich weltfremd. Einheiten, Feinde und Levelbewohner lernen seit Jahren nicht dazu. Gemeinsam mit Programmierern und Wissenschaftlern untersuchen wir die Gründe für die KI-Stagnation.

Wir schreiben das Jahr 1996: Ein aus heutiger Sicht unglaublich hässlicher Ernter sucht im Strategie-Superhit Command & Conquer nach dem Rohstoff Tiberium, rollt dabei jedoch unbedarft mitten in die Basis des Feindes und zerplatzt in einer pixeligen Mini-Explosion.

Wir schreiben das Jahr 2007: Ein fast schon fotorealistischer Ernter sucht im Strategie- Superhit Command & Conquer 3 nach dem Rohstoff Tiberium, rollt dabei jedoch unbedarft mitten in die Basis des Feindes und wird von gleißenden Laserstrahlen spektakulär in Einzelteile zerrissen, die physikalisch korrekt davonfliegen.

Elf Jahre liegen zwischen den oben beschriebenen Szenen. Elf Jahre, in denen sich vieles enorm weiterentwickelt hat: 3D-Grafik, Spezialeffekte, Physik-Simulation. Elf Jahre, in denen aber auch ein Detail gleich geblieben ist: Der Ernter verhält sich heute noch genauso dämlich wie damals.

Command & Conquer steht dabei nur exemplarisch für ein generelles Phänomen. Denn während die Grafik von Computerspielen kontinuierlich besser wird, stagniert die Simulation von Künstlicher Intelligenz (KI) seit Jahren auf niedrigem Niveau. Wo liegen die Gründe für diese immer größer werdende Lücke zwischen realistischen Welten und realistischem Verhalten?

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