31404

Computer & Co.: Resteberge bei den Discountern

Selbst Geiz ist nicht mehr geil. Vom hochmodernen Flachbildschirmfernseher bis hin zur Gourmetküchenmaschine oder Natursteinfußmatte - jede Woche locken die großen Discounter mit neuer Aktionsware Kunden in ihre Läden. Lange konnten sich Aldi, Lidl, Plus, Penny oder Norma über ein boomendes Geschäft mit guten Gewinnmargen freuen. Doch angesichts weiter unsicherer Wirtschaftslage und völliger Marktsättigung türmen sich in ihren Lagern offenbar immer höhere Resteberge.

Das Non-Food-Geschäft rutscht jetzt auch bei den Discountern ins Minus, beobachtet das Marktforschungsinstitut Gfk. Beim Branchenführer Aldi stagniere dieses Segment schon seit 2003. In den vergangenen zwei Jahren habe der "Gottvater unter den Discountern" mit Computern, Damenwäsche, Matratzen oder Kindersandalen Erlöse von jeweils 5,2 Milliarden Euro erzielt - immerhin gut 20 Prozent des Gesamtumsatzes. "Das ist ein Riesenproblem, wenn der wichtigste Margenbringer wegbricht, denn mit Lebensmitteln wird immer weniger verdient", betont Gfk-Experte Wolfgang Twardawa. Der Lagerdruck werde immer größer.

Als deutliches Zeichen für Absatzprobleme im Non-Food-Segment werten auch andere Marktbeobachter die zunehmenden Resteverkäufe. So eröffnete Aldi Süd bereits im Frühjahr in der Nähe von Mannheim unter dem Namen "1001" einen ersten Restemarkt. Aldi Süd gehe damit neue Wege, um der Flut übrig gebliebener Ware aus dem Nichtlebensmittelbereich Herr zu werden, schrieb damals die "Lebensmittel Zeitung".

"Es ist eine massive Sättigung eingetreten", betont auch Handelsexpertin Kerstin Lehmann von der Strategieberatung OC & C in Düsseldorf. "So viele PCs können die Menschen gar nicht kaufen, wie von den Discountern auf den Markt geworfen werden." Die Wachstumsgrenzen seien erreicht, der Erfolg ausgereizt.

Die Branche selbst äußerst sich höchst zurückhaltend. "Bei uns gibt es ein bis zwei Mal im Jahr so genannte Zeltverkäufe für Resteartikel", heißt es bei Lidl. Zu dem Umfang der liegen gebliebenen Ware werden aber keine Angaben gemacht. Ähnlich verlautet es bei Penny oder Norma. Plus nutzt nach eigenen Angaben immer mal wieder aufgebene Filialen vorübergehen als Resterampen. "Das Kaufverhalten ist immer unterschiedlich, da kann es schon mal vorkommen, dass Artikel im Restemarkt landen", sagt eine Sprecherin des zur Tengelmann-Gruppe gehörenden Discounters.

0 Kommentare zu diesem Artikel
31404