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Commerzbank baut SOA mit Sun Microsystems

23.04.2007 | 10:30 Uhr |

Um die wachsenden Anforderungen im internationalen Zahlungsverkehr zu erfüllen, arbeitet das Geldinstitut an einer Service-orientierten Architektur.

Hintergrund der Initiative ist die EU-Richtlinie zum einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (Single Euro Payments Area, kurz Sepa ). Demnach müssen europäische Banken ab 1. Januar 2008 ihren grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr im Euroland ebenso günstig anbieten wie Transaktionen im Inland. Für die Finanzdienstleister ergeben sich daraus erhebliche Änderungen, die auch in der IT umzusetzen sind.

Bei der Commerzbank ist davon vor allem die Zahlungsverkehrsplattform Payment Factory betroffen. Die mandantenfähige Software wandelt Daten in das hauseigene Format der Bank um und leitet sie an die Backend-Systeme weiter. Bislang fielen im Jahr etwa 40 Millionen Transaktionen an, berichtet Werner Heinz, in der Anwendungsentwicklung der Commerzbank verantwortlich für die Payment Factory. Durch die Sepa-Richtlinie steige die Zahl auf rund 1,2 Milliarden Transaktionen. Mit Hilfe einer Service-orientierten Architektur gelte es nun, die Plattform für den Massenzahlungsverkehr vorzubereiten.

Die Basis dafür liefere ein Framework des externen Dienstleisters e3 AG, das auf der Java Composite Application Platform Suite ( Java CAPS ) von Sun Microsystems aufsetzt. Die größte Schwierigkeit liegt Heinz zufolge darin, ein hohes Datenaufkommen im ISO-zertifizierten XML-Format in den hausinternen Commerbank-Standard zu konvertieren und umgekehrt. Weil sehr viele Transaktionen zur gleichen Zeit anfallen könnten, brauche das Unternehmen zudem eine hochskalierbare Lösung. Die SOA-basierende Plattform biete die nötige Flexibilität und Robustheit, um das künftige Verarbeitungsvolumen zu stemmen. Im 3. Quartal 2006 hat die Commerzbank die Konzeptions- und Evaluierungsphase abgeschlossen. Die Tests für die neue Plattform sollen im Mai beginnen.

Erst vergangene Woche kündigte SAP das Industry Value Network (IVN) for Banks an. Gemeinsam mit IT-Anbietern und Wirtschaftsprüfern will der Softwarekonzern Enterprise Services definieren, die weltweit als Standard für Bankprozesse dienen sollen. Mehr zum Thema Service-orientierte Architekturen finden Sie auch im SOA-Expertenrat der COMPUTERWOCHE. (wh)

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