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LongBox - iTunes für Comic-Fans vorgestellt

28.07.2009 | 13:20 Uhr |

Auf der Comic-Con International wurde ein neues Online-Portal vorgestellt, das sich als eine Art iTunes der Comic-Szene auf dem Markt positionieren will.

Während für Musik, Filme und Bücher mittlerweile bereits eine ganze Reihe von digitalen Distributions- und Managementplattformen im Internet bereit stehen, wartet die Anhängerschaft von Comics immer noch vergebens auf ein entsprechendes Angebot. Anlässlich des kürzlich in San Diego zu Ende gegangenen, weltweit größten Branchen-Events Comic-Con International zeigt sich aber auch in diesem Bereich endlich ein vielversprechender Ansatz. So ist im Zuge der Veranstaltung erstmals ein neues Online-Portal der Öffentlichkeit präsentiert worden, das sich als eine Art iTunes der Comic-Szene auf dem Markt positionieren will. LongBox , so der Name der sich derzeit noch in einem frühen Betastadium befindlichen Plattform, tritt dabei nicht nur an, Fans der "sequenziellen Kunst" nach Apple-Vorbild mit neuestem Comic-Material zu versorgen, sondern will auch der Branche insgesamt wieder neue wirtschaftliche Impulse verleihen.

"Eines unserer grundlegenden Prinzipien ist es, das gedruckte Comic nicht ersetzen zu wollen, sondern ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das Hand in Hand mit dem Printbereich funktioniert", zitiert Cnet den Gründer und CEO von LongBox Rantz Hoseley. Auf diese Weise könne die Branche insgesamt profitieren und neue Ansätze ausloten, um das rückläufige Geschäft im Abo- und Einzelheftverkauf auszugleichen. "Was das Versandhandelsgeschäft betrifft, geht es der Comic-Branche eigentlich ganz gut. Wie bei anderen Medienformen auch sind aber auch hier einige Verlage durch die Wirtschaftskrise und das geänderte Mediennutzungsverhalten der Menschen zunehmend unter Druck geraten", stellt Andreas Strickert-Küpper, Geschäftsführer des Comicexpress .

Um die Nutzung von Comics auf dem Computerbildschirm so angenehm wie möglich zu gestalten, hat das LongBox-Team ein eigenes Format namens LBX entwickelt. Dieses erlaubt es den Usern, die online erworbenen Comichefte entweder in einer Einzel- oder Doppelseitendarstellung zu lesen, in bestimmte Seitenbereiche hinein zu zoomen, Seiten umzublättern und das Lese-Interface individuell zu gestalten. "Ob sich dieses Angebot letztendlich durchsetzen können wird, ist derzeit noch schwer zu sagen. Persönlich bin ich in dieser Hinsicht aber eher skeptisch. Comics sind eine Medienform, die ihren Charm daraus bezieht, dass sie in der Hand gelesen wird. Ich glaube nicht, dass das Lesen am Bildschirm das ist, was die Comic-Fans wollen", meint Stricker-Küpper.

Hoseley zufolge soll LongBox noch im Herbst 2009 offiziell an den Start gehen. Unterstützt werden sollen dann sowohl Windows- als auch MAC-basierte Computer. "Bis zum Sommer 2010 ist zudem auch die Einbindung von mobilen Geräten wie Smartphones oder Videospielkonsolen geplant", ergänzt der CEO des Comic-Portals. Um zum Launch der Webseite ein ansprechendes Angebot bereithalten zu können, habe man schon einige der großen Namen im Comic-Geschäft wie Imace Comics, Top Cow oder Boom Studios als Content-Partner gewinnen können. Auch einige kleinere, unabhängige Zeichenstudios seien bereits mit an Bord. Das Preisschema stehe derzeit zwar noch nicht fest, Hoseley rechnet aber damit, dass ein LongBox-Comic ab 99 Cent zu haben sein wird. (pte)

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