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Codecs der Audio-Profis

23.05.2006 | 11:29 Uhr |

MP3 kennt nun wirklich jeder Anwender, doch Profis arbeiten bei der Musikkomprimierung mit wesentlich besseren Codecs. Nur sie garantieren eine optimierte Tonwiedergabequalität.

Für viele Anwender ist MP3 ein Synonym für hochwertigen Musikgenuss am PC und unterwegs mittels eines tragbaren Players. Doch seit die kommerziellen Musikportale von Apple, T-Online, AOL & Co. aus Kopierschutzgründen auf AAC beziehungsweise WMA setzen, treten alternative Encoding-Verfahren in das Bewusstsein der Nutzer. Wir zeigen, welche qualitativen Vorteile Ihnen spezielle Audio-Codecs beim Anlegen eines Musikarchivs bringen. Außerdem nennen wir die Nachteile beim Namen, beispielsweise eine nur geringe Platzersparnis.

Der MP3-Standard ermöglicht bei Musik in CD-ähnlicher Klangqualität einen Kompressionsfaktor von rund 10:1 im Vergleich zu unkomprimierten Audiodaten. Verlustbehaftete Codecs wie MP3 verwenden beim Encoding ein psychoakustisches Modell, das die Schwächen des menschlichen Gehörs gezielt ausnutzt, um mit einer möglichst geringen Bitrate dem Original sehr nahe zu kommen.

Der Encoder entfernt diejenigen Audio-Infos aus der Musik, die das menschliche Ohr ohnehin nicht wahrnimmt. Dazu gehören etwa Töne, die durch andere überlagert werden. Weil Daten wegfallen, entspricht die encodierte Datei niemals dem Original.

Für ambitionierte Musiksammler mit gehobenen Ansprüchen hinsichtlich der Tonqualität sind daher Lossless-Codecs interessant. Dabei handelt es sich um Encoding-Verfahren zur verlustfreien Kompression von Audiodaten. Anders als bei MP3 oder OGG Vorbis treten bei der Encodierung keine Kompressionsverluste auf.

Verlustfreie Packformate haben jedoch einen gehörigen Nachteil: Zwar entspricht die Tonqualität dem Original, doch der Kompressionsfaktor beträgt in der Praxis maximal 2:1. Damit sind Lossless-Formate wenig sinnvoll, wenn Musikstücke über das Internet getauscht oder unterwegs mit einem tragbaren Player abgespielt werden sollen. Am eigenen PC spielt der Platzbedarf dank stetig sinkender Festplattenpreise allerdings keine so große Rolle.

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