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Steve Jobs deutet Patent-Angriff auf offene Codecs an

03.05.2010 | 16:21 Uhr |

In einer Mail hat Steve Jobs angedeutet, dass es offenen Codecs schon bald an den Kragen gehen könnte. Der Grund: Sie seien gar nicht so "offen", wie sie immer tun.

In seinem offenen Brief hatte sich Steve Jobs kürzlich gegen Adobes Flash und im Falle von Web-Videos für HTML5 und H.264 ausgesprochen . Hugo Roy von der Free Software Federation Europe hakte bei Steve Jobs nach und fragte den Apple-Chef per Mail, wieso Apple mit H.264 auf einen Standard setze, bei dem in Zukunft Lizenzkosten anfallen würden. Stattdessen könnte Apple auch auf die "offene" Alternative Ogg Theora setzen.

Die Antwort von Steve Jobs ließ nicht lange auf sich warten. Hugo Roy erhielt per Mail eine Antwort von Steve Jobs. "Alle Video-Codecs werden durch Patente gedeckt. Ein Patent-Pool wird gerade erstellt, der Theora und andere 'open source' codecs verfolgen wird. Nur weil etwas open source ist, bedeutet dies unglücklicherweise nicht, dass es auch nicht irgendwelche anderen Patente verletzt. Ein offener Standard ist etwas anderes, als ein lizenzfreier oder Open-Source-Standard", schreibt Steve Jobs.

Die Mail von Steve Jobs lässt den Schluss nahe, dass ein Angriff auf diverse "Open Source"-Codecs geplant ist. Von wem genau dieser Angriff ausgehen könnte, bleibt aber unklar. Der Angriff müsste nicht auf Apple ausgehen, sondern er könnte eher aus dem Lager der MPEG LA ausgehen. Die MPEG LA verwaltet diverse Patentpools im Bereich der Multimedia, darunter auch dem Patentpool zu H.264.

Erst kürzlich hatte sich nach Apple auch Microsoft zum H.264-Codec bekannt. Opera Software und Mozilla haben sich dagegen noch nicht endgültig entschieden beziehungsweise unterstützen Ogg Theora. Google Chrome unterstützt vorerst beide Codecs.

Das sich große Unternehmen wie Apple, Microsoft und Google lieber für H.264 entscheiden, könnte auch damit zusammenhängen, dass bei diesem Codec genau geklärt ist, wer daran die Patente hält und den Codec lizensieren darf. Auf diese Problematik hatte auch der Chef-Entwickler des Internet Explorer Dean Hachamovitch kürzlich aufmerksam gemacht.

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