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Intel stellt Atom offiziell vor

03.06.2008 | 09:00 Uhr |

Der Asus Eee PC hat den Trend zu Billig-Notebooks gestartet. Auch Intel will mitmischen und den passenden Prozessor liefern: Auf der Computex kündigte der CPU-Hersteller den Atom an.

Der Intel Atom N270 (Codename „Diamondville“) soll in günstigen Notebooks à la Eee PC zum Einsatz kommen. Intel nennt diese neue Gerätekategorie Netbooks: Ihr Preis wird zwischen 250 und 350 Dollar liegen. Mit einem Netbook sollen Internet-Surfen, Musik hören, Mail und Chat sowie einfache Office-Anwendungen problemlos möglich sein – übrigens nur unter Linux oder Windows XP Home: Vista soll nach dem Willen Microsofts nur auf Standard-Notebooks eingesetzt werden. Laut Intel werden unter anderem Acer, Asus (Eee PC 1000H), Fujtsu-Siemens, Gigabyte, Lenovo, Medion und Toshiba Netbooks auf der Computex vorstellen.

Intel trimmt den Atom N270 daher vor allem aufs Stromsparen und nicht auf Rechenleistung – schließlich will man auch weiterhin leistungsfähigere Core-2-Duo- und Celeron-CPUs an die Notebook-Hersteller verkaufen. Für den Einkern-Prozessor N270 gibt Intel eine maximale Leistungsaufnahme (TDP) von 2,5 Watt an, im Durchschnitt soll sie bei 0,6 Watt liegen. Die derzeit stromsparendsten Notebook-Doppelkerner aus der Ultra-Low-Voltage-Familie haben eine TDP von 10 Watt.

Wie die aktuellen Penryn-Modelle ist auch der Atom im 45-Nanometer-Verfahren gefertigt. Er verfügt über 512 KB L2-Cache und arbeitet mit einem FSB-Takt von 533 MHz. Mit 22 x 22 Millimetern ist Atom deutlich kleiner als ein Standard-Notebook-Prozessor: Passend für die Netbooks, die mit einem 7 bis 10 Zoll großem Display nur rund ein Kilogramm wiegen sollen.

Als Chipsatz für den Atom N270 sieht Intel den 945GSE vor: Er besitzt eine integrierte Grafiklogik und unterstützt DDR2-Speicher – maximal mit 533 MHz und nur im Single-Channel-Modus.

Als Nettop bezeichnet Intel Billig-PCs, die für unter 300 Dollar Basis-Funktionen wie Surfen, Chatten und Bildbetrachtung ermöglichen sollen: Ihre Zielgruppe sind PC-Einsteiger. Für Nettops stellt Intel den Atom 230 vor. Die Einkern-CPU mit 1,6 GHz Arbeitstakt unterstützt Hyperthreading. Ihre TDP liegt bei 4 Watt. Auch der Atom 230 wird im 45-Nanometer-Verfahren hergestellt und besitzt 512 KB L2-Cache.

Bereits im April hatte Intel die Atom-Prozessoren aus der Z-Reihe angekündigt (Codename Silverthorne). Sie sind noch stromsparender als der N270 und 230 und sollen laut Intel in den so genannten Mobile Internet Devices (MIDs) ihren Platz finden. Intel bemüht sich dabei, klare Grenzen zwischen zwischen MID, Netbook und Notebook zu ziehen: Das dürfte aber zunehmend schwerfallen, da sich inzwischen auch der Preis von Standard-Notebooks mit 15,4-Zoll-Display und Celeron- oder Sempron-CPU auf die 300-Euro-Grenze zubewegt.

Dennoch sehen neben Intel auch andere Hersteller einen lukrativen Markt für Billig-Rechner: Via präsentierte kürzlich sein Openbook-Projekt und hat den rechenstärkeren C7-Nachfolger Nano in Aussicht gestellt . Nvidia kündigte ebenfalls auf der Computex den Atom-Konkurrenten Tegra an. Und auch AMD mischt mit dem Geode im Netbook-Rennen mit.

Asustek: Erster Blick auf EEE PC 901 mit Atom-CPU

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