111794

Europäer mögen Open Source

05.09.2008 | 10:01 Uhr |

Anders als in Nordamerika, wo Rechtsfragen und Sicherheitsbedenken immer noch eine Hürde für die Nutzung von Open-Source-Software zu sein scheinen, verbreitet sich freie Software in Europa immer weiter.

Französische Unternehmen scheinen ein besonderes Faible für die kommerzielle Nutzung von Open-Source-Software zu haben. Laut einer Studie der Marktforscher von Forrester Research setzt bereits fast ein Viertel aller französischen Firmen quelloffene Programme ein, weitere 15 Prozent testen sie im Rahmen von Pilotprojekten oder planen mit deren Einsatz in den nächsten zwölf Monaten. Deutschland ist weltweit immerhin schon die Nr.2 mit 21 Prozent, dahinter folgen in einigem Abstand die USA und Kanada mit jeweils 17 Prozent.

Anders als ihre Kollegen in Übersee scheinen die Europäer nicht sonderlich beeindruckt vor rechtlichen oder gar Sicherheitsbedenken zu sein. Die Experten von Forrester haben herausgefunden, dass Europäern offensichtlich handfeste Gründe für diese Bedenken zu fehlen scheinen. So hätten Europäische IT-Manager ihnen gegenüber häufig geäußert, dass dafür die Präzedenzfälle für derlei Befürchtungen fehlten. Es gebe einfach keine Beispiele erfolgreicher Klagen gegen Anbieter oder gar Anwender, die ihnen den Einsatz quelloffener Software madig machen könnten.

Auch die Befürchtung, dass sich durch die Offenheit der Software Sicherheitsprobleme darin einschleichen könnten, scheint nicht zu greifen – zumindest für die meisten. Mit 45 Prozent ist der Anteil derer, die Sicherheitsbedenken haben, in der Minderheit. Anders stellt sich die Situation in Nordamerika dar: Die Bedenkenträger sind dort mit 71 Prozent in der Mehrzahl.

Support als Schlüsselelement

Was Europäer eher davon abhält, noch mehr freie Software zu nutzen, ist der Support. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist dieser Punkt von elementarer Bedeutung. Gibt es ihn, sind die Anwender gerne bereit gutes Geld dafür zu bezahlen, vor allem wenn sich dessen Wert messen lässt. Rund die Hälfte der Unternehmen, die Open Source im Einsatz haben, investierten bereits in internen Support. Dabei handelt es sich laut Studie insbesondere um Unternehmen, die über den Einsatz von Betriebssystemen und Web-Anwendungen hinaus gehen und auch quelloffene Anwendungsplattformen, Entwicklungs-Tools und Infrastrukturdienste nutzen.

Bei den Pionieren von Open-Source-Software mangelt es offensichtlich am Marketing: Sie haben es laut Studie bisher noch nicht geschafft, den Nutzen und die Nutzung der quelloffenen Software ins Bewusstsein der Anwender zu zementieren. Ein häufiger Grund dafür ist, dass sich Open Source in die Unternehmen eher einschleicht als durch den offiziellen Weg Einzug zu halten. Nicht selten sind Open-Source-Komponenten fester Teil einer kommerziellen Software; oder maßgeschneiderte Lösungen von Systemhäusern basieren auf freier Software und deren Abnehmern ist diese Tatsache nicht bewusst. Hier wäre Aufklärung über den wirtschaftlichen Nutzen quelloffener Systeme vonnöten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
111794