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Microsoft startet neuen Video-Dienst

04.11.2008 | 17:25 Uhr |

Microsoft präsentiert einen neuen Videodienst, der in Deutschland entwickelt wurde. Doch der Service ist mehr als ein weiteres Youtube.

Microsoft startet einen neuen Videodienst namens Clip Club, der mehr als Youtube und Co. auf Community-Elemente setzt. Bei Clip Club handelt es sich um einen Internet-Service, der von Microsoft Deutschland entwickelt wurde und in den nächsten Monaten kontinuierlich ausgebaut und um Funktionen ergänzt werden soll. Der Dienst ist über die Startseite von MSN-Video erreichbar oder lässt sich direkt über http://clipclub.video.msn.de aufrufen.

Wer die Community-Elemente (also beispielsweise eine Buddylist) nutzen will, muss sich bei Windows Live anmelden. Für alle anderen Funktionen, also das reine Auswählen und Anschauen ist keine Registrierung erforderlich. Anwender können Ihren Kontakten die eigene Favoritenliste zugänglich machen, müssen dies aber nicht tun. In Planung ist eine Funktion, die es ermöglicht, nur einzelne Filme in eine für andere sichtbare Liste zu stellen.

Der Dienst läuft unter Silverlight , der Webpräsentationstechnik, mit der Microsoft seit Frühjahr 2007 eine Alternative zu Adobe Flash zu etablieren versucht. Daher müssen Anwender, die bisher nicht mit Silverlight gearbeitet haben, zunächst die Runtime auf Ihrem Rechner installieren. Microsoft führt den Anwender aber beim Aufruf der Website durch die Installation.

In einem Punkt unterscheidet sich MSN Video, worauf Clip Club aufsetzt, allerdings grundlegend von Diensten wie Youtube : Während bei Youtube die Zahl der privaten und selbstgedrehten Videos recht hoch ist, setzt Microsoft vor allem auf durch die Dienstanbieter eingestellte Inhalte – sogenannte „Premium-Inhalte“. Das mag zwar unter dem Gesichtspunkt der Qualität durchaus erstrebenswert sein – einer der Erfolgsfaktoren von Youtube ist aber gerade dieses Do-it-yourself-Element. Was dahinter steckt, ist klar: Für die Werbetreibenden ist es deutlich attraktiver und berechenbarer, wenn sie ihre Werbebotschaft innerhalb dieser Videos unterbringen als etwa bei Youtube. Stichwort Werbung: Kurze Werbeclips werden zu Beginn des Besuchs und nach jedem fünften Video eingeblendet. Auf andere Werbeformen wie Bannerwerbung wird dagegen bislang verzichtet.

Zusätzlich lässt sich der Windows Live Messenger in die Anwendung integrieren. So lassen sich Filme gemeinsam mit anderen anschauen (auf Wunsch natürlich auch im Vollbildmodus) und Anwender können per Video- oder Audiokonferenz miteinander Kontakt aufnehmen. Die Bandbreite einer gängigen DSL-Verbindung wird hierfür in aller Regel ausreichen, da das Filmstreaming in komprimierter Form erfolgt und Silverlight sich hier recht performant und ressourcenschonend zeigt.

Die Strategie, die Microsoft mit Clip Club verfolgt, ist einsichtig: Das Unternehmen will möglichst viele Anwendungen aus dem Internet- und Web-2.0-Bereich miteinander verknüpfen, quasi alles aus einer Hand liefern – so wie der Mitbewerber Google dies tut. So können beispielsweise Anwender, die bereits den MSN Messenger verwenden, ohne Probleme auch mit Clip Club arbeiten. Clip Club ist ein interessanter Ansatz, der vor allem durch seine schicke Benutzeroberfläche in zeitgemäßer Optik überzeugt. Aufgrund der Genreunterteilung (jedes Video ist einem oder mehreren Themen zugeordnet) verfolgt Clip Club / MSN Video auch einen etwas anderen Ansatz als die Konkurrenzprodukte und wird daher sicher seine Anhänger finden.

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