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Clintons Detektive gegen Microsoft

28.06.2000 | 15:37 Uhr |

Microsofts größter Konkurrent Oracle hat Privatdetektive angeheuert, um MS-nahe Organisationen auszuspähen. Dies musste der Softwarehersteller heute zugeben. Die Untersuchungen hätten bewiesen, dass die bespitzelten Organisationen nicht wie behauptet unabhängig sind. Die beauftragte Detektivagentur hatte zuvor schon für Präsident Clinton gearbeitet.

Microsofts größter Konkurrent Oracle hat Privatdetektive angeheuert, um MS-nahe Organisationen auszuspähen. Dies musste der Softwarehersteller heute zugeben. Der Fall war bekannt geworden, als Angestellte der Agentur versuchten, den Müll der "Association for Competitive Technology" zu kaufen. Diese Gesellschaft wird offiziell von Microsoft unterstützt.

Die von Oracle beauftragte Detektivagentur "Investigative Group International" (IGI) hatte zuvor schon für Präsident Clinton gearbeitet. Sie hatte die Ankläger des Präsidenten in der Starr-Untersuchung ausgespäht. Oracle hatte nicht genau spezifiziert, welche Methoden IGI zur Datenbeschaffung anwenden sollte, solange sie völlig legal blieben.

Die untersuchten Organisationen, die "National Taxpayers Union" und das "Independent Institute" bezeichnen sich als unabhängige Organisationen. Sie hatten im Microsoft-Kartellverfahren mit Analysen und Veröffentlichungen Stellung für den Softwarehersteller bezogen. Die Untersuchungen der Agentur haben laut Oracle bewiesen, dass die untersuchten Organisationen nicht unabhängig sind. Die National Taxpayers Unions soll so zum Beispiel 200.000 Dollar von Microsoft erhalten haben.

Ein Microsoft-Sprecher nannte die Affäre "beschämend für Oracle und all seine Mitarbeiter.", während Oracle anführt, dass "die Microsoft-nahen Gruppen einen der wichtigsten Prozesse der US-Geschichte unbotmäßig beeinflusst haben könnten." (PC-WELT, 28.06.2000, meh)

Lobbying soll Microsoft retten (PC-WELT Online, 16.6.2000)

Microsoft - so würden Experten entscheiden (PC-WELT Online-Report)

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