168988

Sicherheitsverhalten von Land zu Land verschieden

14.10.2008 | 16:29 Uhr |

Der Umgang von Angestellten mit wichtigen Unternehmensdaten ist auch von kulturellen Unterschieden in verschiedenen Ländern geprägt. Eine Studie von Cisco zeigt Verhaltensunterschiede etwa zwischen Europa, Asien und Amerika auf.

Unternehmensangestellte in aller Welt legen bei Umgang mit sensiblen Firmendaten allerlei riskantes Verhalten an den Tag. Eine Studie des Netzwerkherstellers Cisco offenbart, dass es dabei von Land zu Land deutliche Unterschiede gibt. Bei einer Umfrage wurden 2000 Angestellte aus zehn Ländern befragt, um heraus zu finden, welche Verhaltensweisen in welchen Ländern vorherrschen.

Befragt wurden Unternehmensangestellte aus den Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, China, Indien, Australien, Brasilien und den USA, etwa die Hälfte davon IT-Entscheider. Es mag nicht verwunderlich erscheinen, dass Angestellte in den USA andere Verhaltensweisen an den Tag legen als etwa in China oder Italien. Diese Aspekte, die auch auf kulturellen Unterschieden und sozialen Normen beruhen, werden nach Ansicht von Cisco bislang zu wenig beachtet.

Der in Deutschland hauptsächlich festgestellte Fehler ist, dass fremde Personen nahezu ungehindert und unbeobachtet in den Büros herum laufen können. In China und Indien umgehen Angestellte oft die Sicherheitsbeschränkungen, um Websites zu besuchen, die im Unternehmen nicht frei gegeben sind. Über die Hälfte sind der Meinung, es gehe niemanden etwas an, welche Websites sie besuchten.

In den USA wie auch in Indien benutzen viele Mitarbeiter Anwendungen, die nicht erlaubt sind. Dieses Fehlverhalten hat den größten Anteil an den immer wieder berichteten Datenlecks. Etwa drei Viertel der Befragten aus diesen Ländern verwenden solche Programme sowohl auf Firmen-PCs als auch auf Notebooks.

Ungefähr die Hälfte der IT-Manager in Brasilien und knapp zwei Drittel in China sind der Ansicht, ihre Mitarbeiter würden auch unternehmensfremde Dritte an Firmen-Notebooks oder Mobilgeräte lassen, ohne sie dabei zu beaufsichtigen. Etwa 39 Prozent der Befragten in Brasilien und 20 Prozent in Indien teilen sensible Informationen über ihre Firma mit Familienmitgliedern und Freunden, weitere sieben bis acht Prozent sogar mit Fremden.

Mitarbeiter wie auch Daten werden zunehmend mobiler. Wichtige Unternehmensdaten liegen nicht länger nur im Tresor oder auf dem gesicherten Server im Rechenzentrum, sie befinden sich auch auf Notebooks, PDAs oder Smartphones. Sie verlassen das Unternehmen und sind auf Flughäfen in aller Welt, in Zügen oder Taxis sowie bei Angestellten zu Hause zu finden. Verlorene oder gestohlene Notebooks und andere Mobilgeräte sorgen immer wieder für Schlagzeilen über Verluste vertraulicher Unternehmensdaten.

Mentalitätsunterschiede zwischen Angestellten in verschiedenen Ländern müssen bei den Sicherheitsmaßnahmen und -schulungen mehr Berücksichtigung finden. Ein Sicherheitsstandard für alle ist nicht genug. Datensicherheit ist zudem nicht mehr nur eine Aufgabe der IT-Abteilung sondern eine Gemeinschaftsaufgabe aller Angestellten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
168988