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Chrome 37 auch als 64-Bit-Version erhältlich

27.08.2014 | 14:11 Uhr |

Google hat seinen Web-Browser Chrome in der neuen stabilen Version 37 freigegeben. Darin haben die Entwickler 50 Schwachstellen beseitigt, darunter auch eine als kritisch eingestufte Kombination mehrerer Lücken.

Die neue stabile Chrome-Version 37.0.2062.94 wird erstmals auch in einer 64-Bit-Fassung angeboten. Google verheißt für den 64-bittigen Browser mehr Geschwindigkeit und höhere Stabilität. Verbesserungen im Bereich Sicherheit bringen 50 geschlossene Sicherheitslücken, auch und namentlich in der 32-Bit-Fassung. Externe Sicherheitsforscher erhalten insgesamt 51.000 US-Dollar für das Melden einiger dieser Schwachstellen.

Den größten Anteil an diesen Prämien kassiert ein Forscher mit dem Pseudonym "lokihardt@asrt" für eine als kritisch eingestufte Kombination mehrerer Bugs, die es einem Angreifer erlauben würde, die Chrome-Sandbox zu umgehen und eingeschleusten Code auf Betriebssystemebene auszuführen. Das ist Google eine Sonderprämie in Höhe von 30.000 Dollar wert.

Die übrigen Lücken bewegen sich im Bereich des Üblichen: Zugriffe auf bereits wieder freigegebene oder noch nicht initialisierte Speicherbereiche, die sich ausnutzen lassen. In aller Regel würden mögliche Angriffe jedoch in der Sandbox enden. Zu den insgesamt 43.000 Dollar für im stabilen Chrome-Zweig entdeckte Schwachstellen kommen noch 8000 Dollar Prämien für sicherheitsrelevante Bugs in Beta- und Entwicklerversionen.

Eine Neuheit im stabilen Chrome-Zweig ist die 64-Bit-Fassung des Browsers. Chrome-Entwickler Will Harris verspricht etwa eine um 15 Prozent höhere Geschwindigkeit beim Dekodieren mit Googles VP9-Codec kodierter HD-Videos auf Youtube. Die 64-Bit-Version soll zudem fast doppelt so stabil sein wie ihre 32-Bit-Schwester. Allerdings fehlt Chrome64 die Schnittstelle für NPAPI-Plugins, die jedoch ohnehin irgendwann in Rente geschickt werden soll. Chrome mit 32 Bit bleibt auf absehbare Zeit die Standardversion – wer 64 Bit will, muss den gesonderten Download-Link finden und nutzen.

Eine schönere und schärfere Schriftdarstellung unter Windows verspricht die Nutzung der mit Windows Vista eingeführten DirectWrite-API anstelle der angestaubten GDI aus den 1980er Jahren. Auch der Passwort-Manager ist überarbeitet worden. Er hat eine neue Dialogbox erhalten und speichert nun auf Wunsch auch Zugangsdaten für Netzwerk-Ressourcen.

Die Unterstützung für die Funktion showModalDialog() ist ab Chrome 37 standardmäßig deaktiviert. Sie erzeugt einen so genannten modalen Dialog, der alle anderen Browser-Tabs einfriert, bis er abgearbeitet ist. Unternehmen, die davon etwa im Intranet Gebrauch machen, können sie über eine Richtlinie reaktivieren, bis sie im Mai 2015 endgültig entsorgt wird. Stattdessen unterstützt Chrome das HTML5-Element <dialog>.

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