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Google-Browser erscheint heute

02.09.2008 | 10:14 Uhr |

Neue Konkurrenz für Internet Explorer, Firefox und Opera: Der Suchmaschinen-Gigant Google hat einen eigenen Browser entwickelt, der heute (US-Zeit) zum Download bereit gestellt werden soll. Der Browser hört auf den Namen Chrome und soll mit einem völlig neuen Bedienkonzept die Anwender überzeugen.

Update 3.9: Google Chrome ist verfügbar. Wir stellen Ihnen alle Details des Google Browsers Chrome in einem ausführlichen Test vor!

Wie bei nahezu allen seinen neuen Produkten veröffentlicht Google auch den Chrome-Browser als Betaversion. Google hat sich zur öffentlichen Bereitstellung entschlossen, nachdem im Weblog von Google ein Comic aufgetaucht war , das den neuen Browser beschrieb. Sundar Pichai, Vize-Präsident des Product-Managements von Google, und Linus Upson, Engineering-Direktor, nahmen daraufhin offiziell im Google- Weblog Stellung zu dem Comic.

Der Open-Source-Browser Google Chrome (derzeit führt der Link noch ins Leere) soll von Grund auf neu entwickelt worden sein und keinerlei Altlasten mit sich rumschleppen. Google Chrome besteht aber nicht zu 100 Prozent aus komplett neu entwickelten Komponenten, sondern würde Bestandteile von Apples WebKit und Mozilla Firefox enthalten.

Google versteht Chrome weniger als klassischen Browser, wie man ihn heute kennt, sondern mehr als Plattform für alle Arten von Webanwendungen. Und genau dafür wurde Chrome entwickelt. Google habe Chrome von vornherein auf die heutigen Surf-und Anwendungsgewohnheiten abgestimmt. Die meisten Anwender würden sich überhaupt nicht für den Browser interessieren, ihnen gehe es nur um dessen Inhalte - Websites darstellen und Webbasierte Anwendungen abspielen. Diesem Nutzerverhalten habe Google bei der Entwicklung von Chrome Rechnung getragen. Google Chrome solle sehr übersichtlich und schnell sein.

Jeder Tab - und damit jede geöffnete Website - würde in einer isolierten Sandbox gestartet. Der Vorteil: Wenn ein Tab abstürzt, sollen die anderen Tabs davon unberührt bleiben. Eine abstürzende Website reißt also nicht alle geöffneten Websites mit in den Abgrund – der Anwender kann somit auf den anderen Seiten ungestört weitersurfen. Plugins, die der Anwender für den Browser installiert, könnten dieses Tab-Modell allerdings unter Umständen umgehen, wie Google einräumt.

Gewohnte Features wie eine automatische Adresszeilen-Ergänzung gehören ebenfalls zu Chrome – sie heißt Omnibox und soll beim Eintippen einer URL Vorschläge zur Auto-Ergänzung liefern. Dafür wertet Omnibox die Surf-History aus, bezieht aber zusätzlich auch populäre Websites bei seinen Vorschlägen mit ein, die man noch gar nicht besucht hat. Die von einem Nutzer am häufigsten besuchten Websites würde Chrome zudem als kleine Thumbnails anzeigen. Ein Privacy-Modus zum Schutz der Privatsphäre soll ebenfalls zur Ausstattung gehören. Zum Schutz vor Phishing würde Chrome auf eine Liste gefährlicher Website zurückgreifen und gegebenenfalls Alarm schlagen.

Damit Google Chrome insbesondere mit Websites mit Javascript klar kommt, verpassten ihm die Entwickler eine neue Javascript-Engine V8, die von einem Team in Dänemark komplett neu entwickelt wurde. Sie soll ein Surferlebnis ermöglichen, wie es bisherige Browser bisher nicht bieten können. Die Google-Gears-Laufzeitumgebung http://gears.google.com/ , mit der man Webbasierte Anwendungen wie eine Desktop-Anwendung auf dem PC abspielen kann, gehört ebenfalls zum Umfang von Chrome.

Google will heute (US-Zeit) die erste Betaversion von Chrome zum Download bereit stellen. Zunächst erscheint aber nur eine Version für Windows. An Linux- und MacOS-Versionen würde aber bereits hart gearbeitet. Bis Redaktionsschluss war Google Chrome nicht verfügbar.

Google betont, dass es den gesamten Code von Google Chrome als Open Source veröffentlichen werde. Google suche bewusst die Zusammenarbeit mit der Community.

In unserer Screenshot-Galerie können Sie sich einen ersten Eindruck von Google Chrome verschaffen. Die Screenshots stammen von blogoscoped.com:

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