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China führt Zeitbegrenzung für Online-Spiele ein

25.08.2005 | 13:44 Uhr |

Harte Zeiten für Online-Spieler bahnen sich in China an. Die Regierung hat beschlossen, dass künftig Online-Spiele nur noch drei Stunden am Stück gespielt werden dürfen. Danach tritt ein System in Kraft, dass die gespielten Charaktere beeinflusst und bewirken soll, dass die Spieler sich ausloggen.

Die chinesische Regierung hat laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax beschlossen, dass Online-Spiele von ihren Bürgern künftig nur noch maximal drei Stunden am Stück gespielt werden dürfen. Dadurch solle erreicht werden, dass eine von solchen Spielen ausgehende Suchtgefahr verhindert wird.

Das Begrenzungs-System wurde von der GAPP (General Administration of Press and Publication) entwickelt. Im Falle von Online-Rollenspielen bewirkt das System folgendes: Nach drei Stunden ununterbrochenen Spielens werden die Erfahrungspunkte, die der virtuelle Charakter erhält und die zum Aufsteigen in eine höhere Stufe dienen, halbiert. Er soll auch weniger wertvolle Gegenstände finden können. Sobald ein Spieler länger als fünf Stunden am Stück gespielt hat, tritt eine weitere Sperre in Kraft: Die Fähigkeit des gespielten Charakters wird auf die niedrigste Stufe gestellt, die das Spiel bietet. Im Falle eines Rollenspiels ist das üblicherweise "Level 1".

Einfach ausloggen und wieder einloggen hilft nicht. Der Spieler muss mindestens fünf Stunden ausgeloggt bleiben, bevor sein virtueller Charakter wieder alle Fähigkeiten erlangt.

Laut der Definition der GAPP ist ein Spielen von bis zu drei Stunden am Stück "gesund", zwischen drei und fünf Stunden "ermüdend" und ab fünf Stunden "ungesund".

Die sieben größten chinesischen Anbieter von Online-Spielen haben sich verpflichtet, Mechanismen in ihre Spiele einzubauen, die den Forderungen der GAPP entsprechen. Die Entwicklung dieser Mechanismen muss bis Ende September seitens der Hersteller abgeschlossen sein. Im Oktober beginnt die Testphase. Bis Ende des Jahres soll das neue System aktiv sein.

Erwischt hat es auch das in China populäre " World of Warcraft ". Die weiteren betroffenen Spiele: "The Legend of Mir II", "The World of Legend", "Westward Journey Online", "Fantasy Westward Journey Online", "MU", "JX Online", "First Myth Online", "The Legend of Mir 3G", "Lineage II" und "Blade Online".

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