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Google Maps bekommt keine Lizenz in China

25.08.2010 | 16:19 Uhr |

Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Google und China spitzen sich zu. Stein des Anstoßes ist dieses Mal Google Maps.

Laut einem neuen Gesetz müssen alle Mapping-Anbieter künftig um eine Lizenz für ihre Operationen ansuchen. Laut dem Marktforschungsinstitut iSuppli hat Google im Gegensatz zu tausenden anderen Anbietern bislang keine solche Lizenz beantragt. Als Hauptgrund dafür wird die chinesische Forderung nach Zensur genannt.

Mapping-Lizenzen werden nur an solche Unternehmen ausgestellt, die zu 51 Prozent in chinesischer Hand sind. Darüber hinaus dürfen die Daten nur innerhalb der Volksrepublik auf Servern abgespeichert werden. Während Google mithilfe von Partnerschaften diesen und ähnlichen Forderungen nachkommen könnte, dürfte sich das Unternehmen vor allem an der chinesischen Zensur stoßen. Laut Gesetz müssen die von den Usern beigefügten Online-Notizen auf den Landkarten zensiert werden. Die chinesische Obrigkeit prüft daraufhin alle sechs Monate diese Zensur-Performance.

Start-up versus Volksrepublik

Mit diesen neuen Lizenzvorraussetzungen versucht China sensible Informationen wie etwa die geographische Lage von Militärbasen zu schützen. "Probleme mit Online-Karten schaden nicht nur den Interessen der Nutzer, sondern fügen der nationalen Sicherheit und der nationalen Würde erheblichen Schaden zu", heißt es in einer Aussendung der zuständigen Stelle.

Für Google widerspricht die Forderung nach Zensur den eigenen Standards des frei zugänglichen Internets. Auch wenn das Unternehmen in dieser Frage über seinen Schatten springen sollte, bezweifeln Experten dennoch, dass Google bald eine Lizenz für Google Maps und Google Earth bekommen würde. Denn in den immer wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien hat Google die Volksrepublik zu oft öffentlich beleidigt, zuletzt etwa durch das zensurfreie Angebot der Suchmaschine über Hong Kong.

(pte)

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