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Offshoring-Standort mit Macken

28.05.2008 | 12:34 Uhr |

China hat als Offshoring-Dienstleister einiges zu bieten, viele Unternehmen trauen sich aber aus gutem Grund noch nicht, Entwicklung und Services in das Land zu verlagern.

Das Marktforschungsunternehmen McKinsey sieht gute Chancen für China, bis 2015 im Offshore-Geschäft 56 Milliarden Dollar umzusetzen. Nötig für den Erfolg sind zum Teil qualifizierte Fachkräfte, aber auch Sicherheiten für die Auftraggeber. Derzeit entfallen auf China noch weniger als zehn Prozent des weltweiten Markts für Offshoring-Services.

China stehe vor gewaltigen Herausforderungen, biete aber auch einzigartige Vorzüge, so die Experten. So könnten die insgesamt zwei Millionen Japanisch und Koreanisch sprechenden Einwohner dem Land helfen, seine Nearshore-Kapazitäten in den Bereichen Anwendungsentwicklung und BPO (Business Process Outsourcing) in Nordasien auszubauen. Außerdem ist die Telecom-Infrastruktur gut und günstig. Auf der anderen Seite gibt es in China zu wenig Personal, das internationale Projekte managen kann und gut Englisch spricht, um für Unternehmen in Europa und den USA interessant zu sein.

Im noch relativ neuen Markt für offshore erbrachte Engineering-Services sehen die McKinsey-Forscher dagegen gute Chancen für China. Durch die geografische Nähe zu potenziellen Kunden aus der asiatischen Halbleiter- und Konsumerelektronik-Branche sowie aus der Automobilindustrie könne sich das Land zu einem "Forschungs- und Entwicklungs-Hub" entwickeln. Allerdings gibt es auch hier wieder ein großes Hindernis: Der Schutz geistigen Eigentums kümmert die Chinesen bislang wenig. Das zeigt auch der hohe Anteil an raubkopierter Software . (sp)

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