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Chaträume: Kein willkürliches Hausverbot

Chatter dürfen nur bei regelwidrigem Verhalten aus dem virtuellen Raum ausgeschlossen werden. Ein willkürlich verhängtes "Hausverbot" ist rechtswidrig.

Ein "Hausverbot" gegen Besucher eines Chatraums darf nicht willkürlich verhängt werden. Das hat das Landgericht Bonn entschieden. Ein solches Verbot dürfe nur dann ausgesprochen werden, wenn ein Chat-Teilnehmer gegen die sogenannte "Chatiquette" verstößt, den Betriebsablauf stört oder die Software "nicht im Rahmen des üblichen Chatter-Verhaltens" nutzt. Die Chatiquette besteht aus freiwilligen Vereinbarung unter Chattern, wonach Beleidigungen oder rassistische Ausfälle verboten sind.

Das Gericht wies damit die Klage eines Chatraum-Betreibers ab, der einen besonders streitlustigen Teilnehmer aus seinem virtuellen Geschäftsraum verbannen wollte. Für Chaträume gelte das gleiche Recht wie für normale Geschäftslokale, jeder habe also das Recht auf freien Zutritt, so der Richter. (PC-WELT, 04.04.2000, dpa/ hr)

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