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Chaos bei der Playstation 2

30.11.2000 | 11:52 Uhr |

Hält Sony die Playstation 2 künstlich knapp? Angeblich wurden bisher weniger Geräte ausgeliefert, als Sony bekannt gegeben hatte. Verzweifelte Playstation-2-Fans belagern nun die Seiten großer E-Commerce-Unternehmen.

Hält Sony die Playstation 2 künstlich knapp? Angeblich wurden bisher weniger Geräte ausgeliefert, als Sony bekannt gegeben hatte. Verzweifelte Playstation-2-Fans belagern nun die Seiten großer E-Commerce-Unternehmen.

Wie das Internet-Wirtschaftsmagazin Bloomberg.com mitteilte, wurden bis jetzt in den USA lediglich 600 bis 700.000 Playstation-2 -Konsolen ausgeliefert. Der japanische Elektronikgigant hatte jedoch bekannt gegeben, bereits 900.000 Geräte verkauft zu haben, 500.000 davon gleich am ersten Tag. Pro Woche sollten 100.000 weitere Geräte zum Verkauf bereitgestellt werden. Bis Jahresende will Sony 1,3 Millionen Spielekonsolen in den USA an den Mann gebracht haben.

Die Börsenexperten hatten die Stückzahlen untersucht, um die Geschäftsentwicklung von Spieleherstellern besser einschätzen zu können. Denn die Menge der verkauften Software für die Playstation 2 hängt direkt von den Verkaufszahlen von Sony ab. Weniger verkaufte Geräte bedeuten geringere Umsatzzahlen bei den Spieleproduzenten.

Sony musste einräumen, das man die geplanten Produktionsmengen nicht erreichen könne, weil bestimmte Hardwarekomponenten fehlen. Zu den Vorwürfen bezüglich der Liefermenge wollte man sich jedoch nicht äußern.

In Deutschland sei die Playstation 2 bereits am 24. November kurz nach Verkaufsstart in einigen Läden ausverkauft gewesen. Sony gab jedoch noch keine offiziellen Verkaufszahlen für den deutschen Markt bekannt.

Ob es in Deutschland jedoch zu ähnlichen kuriosen Szenen kommen wird, wie in den USA, kann man jetzt noch nicht sagen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten belagerten fanatische Playstation-2-Fans die Webseiten großer E-Commerce-Unternehmen, um eine der begehrten Spielekonsolen zu ergattern. Betroffen waren die Seiten von Amazon, Bestbuy und Bluelight.

Spielefreaks blieben auf diesen Seiten stundenlang eingeloggt, manche bis zu 30 Stunden am Stück. Dabei drückten sie immer wieder den "Refresh"-Button, um sicher zu gehen, dass ihnen nicht eine plötzlich im Angebot stehende Playstation 2 entgeht.

Wurde dann tatsächlich auf einer Seite eine Playstation 2 entdeckt, kam es dort zu einem virtuellen Massenauflauf. Dies führte vereinzelt zum Zusammenbruch von Webseiten. Am Freitag war beispielsweise Amazon deshalb für 30 Minuten offline.

In der Nacht zuvor hatte es schon BestBuy aus dem selben Grund erwischt. Daran sind die Anbieter aber selbst schuld. Hatten sie doch bekannt gegeben, dass sie zu einem nicht näher bezeichneten Zeitpunkt eine unbekannte Menge an Playstation-2-Konsolen auf ihren Webseiten anbieten würden. So blieb treuen Fans gar keine andere Wahl, als diese Seiten regelrecht zu belagern.

So erwies sich diese Marketingaktion einiger E-Commerce-Anbieter als Bumerang. Denn statt des erhofften Kaufrausches wurden die Seiten langsamer oder sogar ganz blockiert und es kam im Gegenteil zu einem Umsatzrückgang. (PC-WELT, 30.11.2000, hc)

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