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Chance für Linux

15.03.2001 | 15:51 Uhr |

So viel Rummel um ein Computerprogramm - das hat bislang nur der Softwareriese Microsoft mit vielen Millionen Dollar für Werbung und PR geschafft. Doch die Rede ist nicht vom neusten Microsoft-System Windows XP, sondern vom alternativen Betriebssystem Linux.

So viel Rummel um ein Computerprogramm - das hat bislang nur der Softwareriese Microsoft mit vielen Millionen Dollar für Werbung und PR geschafft. Doch die Rede ist nicht vom neusten Microsoft-System Windows XP, sondern vom alternativen Betriebssystem Linux.

Obwohl immer mehr Firmen das offene System einsetzen und inzwischen schon etliche private Computeranwender ihr Windows-System durch die kostenlose Alternative ersetzt haben, steht Linux auf der CeBIT 2001 vor einer gewaltigen Herausforderung. Denn mit der wachsenden Popularität des Systems wollen insbesondere die kommerziellen Anwender wissen, ob der "Hype" um Linux gerechtfertigt ist und sich der Einsatz des Systems auch unter den harten Gesetzen des Wettbewerbs rechnet.

Der finnische Student Linus Torvalds hatte 1991 die Linux-Bewegung quasi zufällig gegründet, als er sich aus Ärger über bestehende Computer ein eigenes Betriebssystem schrieb und seine Arbeit ins Internet stellte. In diesen Tagen könnte es Torvalds schon schwindelig werden, wenn er beispielsweise hört, dass IBM, der größte Computerkonzern der Welt, im Jahr 2001 allein eine Milliarde Dollar (2,1 Mrd. DM) investieren wird. Selbst von dem großen "Konkurrenten" aus Redmond erntete Torwalds quasi Lorbeeren: Im Januar bezeichnete Microsoft-Präsident Steve Ballmer Linux als das größte Problem des Software-Riesen für die Marktposition von Windows.

IBM hofft, dass etliche Software-Hersteller Programme und Lösungen für Linux auf den Markt bringen, um das Fundament der Linux-Plattform immer größer werden zu lassen. Dabei hat IBM nicht nur den Erz-Konkurrenten Microsoft mit seinem Windows-System im Visier. Im oberen Marktsegment möchte IBM die Vorherrschaft von Sun Microsystems brechen.

Schwieriger sieht die Lage für Linux im Bereich der PCs für "Otto Normal-Anwender" aus. Zwar sind Linux-Betriebssysteme wie das neue SuSE Linux 7.1 deutlich leichter zu installieren als frühere Versionen. Doch an manchen Ecken und Enden dürften normale PC-Nutzer mit dem komplexen System überfordert sein. Das wird sich erst ändern, wenn PCs bereits mit Linux vorinstalliert auf den Markt gebracht werden. Auf der CeBIT sollen solche "Preload"-Linux-Rechner vorgestellt werden.

Vertreter von Linux-Firmen fragen: "Wofür brauchen die meisten Menschen einen PC? Sie wollen im Web surfen, E-Mails lesen und senden, Chatten oder einen Brief schreiben", so Dirk Hohndel, Technologie-Chef der SuSE Linux AG in Nürnberg. "Für all diese Aufgaben gibt es hervorragende Lösungen unter Linux. Und mit einem Programm wie StarOffice von Sun kann ich auch Dokumente aus der Office-Welt von Microsoft lesen und bearbeiten."

Hohndel glaubt, dass künftig viele Privatanwender von Windows auf Linux umsteigen werden, wenn die Folgen der Zwangsregistrierung der Windows- und Office-Produkte von Microsoft sichtbar würden, mit der der Softwareriese das Raubkopieren seiner Produkte verhindern möchte. "Microsoft ist eine absolute Marktmacht, doch die Zwangsregistrierung wird bei den Kunden auf entschiedenen Widerstand stoßen. Die Zeit der Monopole ist nämlich vorbei." (PC-WELT, 15.03.2001, dpa/ ml)

PC-WELT Ratgeber: Linux News, Tipps & Tricks und Downloads

PC-WELT Ratgeber: SuSE Linux 7.1 für Einsteiger

Microsoft: Linux ist Innovations-Killer (PC-WELT Online, 18.02.2001)

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